
Der Große Puppenräuber (Calosoma sycophanta) ist erstmals seit mehr als einem Jahrhundert wieder in Südbayern gefunden worden. Nachweise gelangen unter anderem in München (Bogenhausen, Moosach), Freising und Landshut. Die Rückkehr des nützlichen Laufkäfers wurde durch Citizen-Science-Aufrufe der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) seit 2018 maßgeblich unterstützt. Alle aktuellen Funde wurden per Fotonachweis bestätigt.
Der Große Puppenräuber ist ein spezialisierter Räuber von Raupen, insbesondere solcher Arten, die sich durch den Klimawandel verstärkt vermehren und Eichen schädigen können. Als ausgezeichneter Flieger folgt er den Massenvermehrungen von Schmetterlingen wie dem Eichenprozessionsspinner. Südlich der Donau war die Art zuletzt 1906 nachgewiesen worden.
Auch der Kleine Puppenräuber (Calosoma inquisitor) ist in Nordbayern verbreitet, wird in Südbayern jedoch weiterhin selten gemeldet. Er ist weniger mobil und benötigt geringere Nahrungsmengen als sein großer Verwandter.
Beide Arten gelten als gefährdet und werden durch das Citizen-Science-Projekt der LWF beobachtet. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, Sichtungen mit Foto und Fundort an puppenraeuber@lwf.bayern.de zu melden. Die Aktivitätszeit der Käfer liegt im Frühjahr, mit einem Maximum von Mai bis Juni. Der Große Puppenräuber ist an seinem goldglänzenden, metallischen Panzer und dem blaumetallischen Halsschild gut zu erkennen, der Kleine Puppenräuber ist kleiner und stumpfer metallisch gefärbt. Ein Faltblatt mit weiteren Informationen steht auf der Homepage der LWF zur Verfügung.


