
Im Verbundprojekt EBRA entwickeln Forschende des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI), zusammen mit der RWTH Aachen und Pfeifer & Langen GmbH & Co. KG kompostierbares Einweggeschirr aus regionalen, agrarischen Reststoffen der Zuckerproduktion. Ziel ist es, umweltfreundliche Alternativen zu Einwegplastik zu schaffen, das in der EU seit Juli 2021 weitgehend verboten ist, während unmodifizierte natürliche Polymere erlaubt bleiben.

Das Projekt nutzt Zuckerrübenschnitzel, die in Deutschland in Millionen Tonnen anfallen, kombiniert mit Maisstärke, Pektin, Wasser und Glycerin. Diese Mischung wird zu Compounds und Folien verarbeitet, die zu Tellern oder Besteck geformt werden können. Eine ökotoxikologische Analyse bestätigte die Lebensmittelunbedenklichkeit. Die Materialien sind heimkompostierbar, bauen sich innerhalb von zwölf Wochen besser ab als Pappteller und sind mechanisch stabiler. Biobasierte Beschichtungen, entwickelt von der RWTH Aachen, sorgen für Wasserresistenz, etwa bei fettigen Speisen.
Der Produktionsprozess ist energieeffizient: Rübenschnitzel werden mit Stärke und Additiven zu Pellets verarbeitet, die zu beschichteten Folien gepresst und zu Geschirr umgeformt werden. Bestehende Anlagen können genutzt werden, was die Skalierbarkeit erleichtert. Die lokale Verarbeitung reduziert Transportwege und CO2-Emissionen, während regionale Märkte gestärkt werden. Demonstratoren für Teller existieren bereits, Einwegbesteck für das Spritzgussverfahren ist in Vorbereitung.
Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt (Januar 2022 bis Juli 2025) strebt die industrielle Produktion an. EBRA trägt zur biologischen Transformation der Materialwissenschaft bei und bietet eine nachhaltige Lösung für Einwegprodukte auf Veranstaltungen, wo Mehrweglösungen oft unpraktisch sind.

