
Angesichts eines weiteren Waldbrands im brandenburgischen Kreis Elbe-Elster am 1. Juli 2025 warnt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) vor der zunehmenden Waldbrandgefahr in Deutschland. Die Organisation sieht dringenden Handlungsbedarf und fordert verstärkte Maßnahmen zum Schutz der Wälder. „Die schweren Waldbrände der Jahre 2018, 2019 und 2022 zeigen, dass wir handeln müssen“, sagte SDW-Präsidentin Ursula Heinen-Esser.

Die SDW betont, dass viele Waldbrände durch menschliches Fehlverhalten wie weggeworfene Zigarettenstummel oder unerlaubte Feuer ausgelöst werden. Die seit 1977 erhobene Waldbrandstatistik zeigt, dass in trockenen und heißen Jahren das Brandrisiko besonders hoch ist. Im Jahr 2022 wurden 2.397 Waldbrände mit einer zerstörten Fläche von 3.058 Hektar verzeichnet. „Vor allem die Aufklärungs- und Bildungsarbeit muss intensiviert werden“, forderte Heinen-Esser.
Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zählen eine flächendeckende Waldbrandüberwachung, der Einsatz von KI-gestützten Frühwarnsystemen und strengere Brandschutzvorschriften für Windkraftanlagen in Wäldern. Zudem plädiert die SDW für einen beschleunigten Waldumbau hin zu klimastabilen Mischwäldern, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber Bränden zu stärken. „Wir brauchen mehr Forschung, finanzielle Unterstützung und politische Überzeugung“, betonte Heinen-Esser.
Die SDW, 1947 gegründet, engagiert sich mit rund 25.000 Mitgliedern in 15 Landesverbänden für den Waldschutz. Angesichts des Klimawandels gewinnt das Thema Waldbrandprävention in der Verbandsarbeit zunehmend an Bedeutung.

