PCB-Konzentrationen in Adriafisch nach wie vor alarmierend

Durch | August 1, 2025
PCB-Konzentrationen in Adriafisch nach wie vor alarmierend

Eine Studie, veröffentlicht in Science of The Total Environment, untersuchte über zehn Jahre (2014–2023) die Konzentrationen polychlorierter Biphenyle (PCBs) in sechs Fischarten aus der Adria, darunter gezüchtete und wilde Arten wie Seebarsch, Dorade, Lachsbarsch, Thunfisch und Sardinen. Ziel war es, Unterschiede zwischen zwei Fünfjahreszeiträumen (2014–2018 und 2019–2023) zu bewerten und das Gesundheitsrisiko für die kroatische Bevölkerung abzuschätzen.

Die Analyse fokussierte sich auf sechs Indikator-PCB-Kongenere (PCB-28, -52, -101, -138, -153, -180) sowie PCB-118, zusammengefasst als PCB6 und ICES-7 PCBs. PCB-153 und PCB-138 dominierten mit einem Anteil von 57,0 bis 67,2 Prozent an der Gesamtsumme, wobei PCB-153 die höchsten Konzentrationen (0,26–5,03 ?g/kg) aufwies, gefolgt von PCB-138 (0,09–1,91 ?g/kg). Die ICES-7-PCB-Werte lagen bei gezüchteten Fischen zwischen 1,24 ?g/kg (Lachsbarsch) und 11,8 ?g/kg (Thunfisch) sowie bei wilden Fischen zwischen 0,85 ?g/kg (Seebarsch) und 6,14 ?g/kg (Sardinen). Im zweiten Zeitraum (2019–2023) sanken die ICES-7-PCB-Konzentrationen bei gezüchteten und wilden Seebarsch und Dorade signifikant, ebenso bei anderen wilden Fischen. Statistisch signifikante Unterschiede zwischen gezüchteten und wilden Fischen wurden bestätigt.

PCB-Konzentrationen in Adriafisch nach wie vor alarmierend
PCB Konzentrationen in Adriafisch nach wie vor alarmierend

PCBs, als persistente organische Schadstoffe (POPs) nach dem Stockholmer Übereinkommen eingestuft, gelangen durch Abwässer, Flüsse und atmosphärische Ablagerungen ins Meer, wo sie sich in Sedimenten und Organismen anreichern. Trotz des weltweiten Verbots in den 1970er- und 1980er-Jahren bleiben sie ein Problem, da sie langsam aus kontaminierten Böden freigesetzt werden. Sie sind krebserregend (IARC-Gruppe 1) und können das Immun-, Nerven- und Fortpflanzungssystem schädigen. Fische, insbesondere Meeresbewohner, sind die Hauptquelle für die menschliche PCB-Aufnahme.

Die Risikobewertung ergab, dass der Verzehr von Thunfisch und Sardinen die PCB-Exposition der kroatischen Bevölkerung signifikant erhöht. Kleinkinder und Vielverbraucher von Fisch sind besonders gefährdet. Die EU legt für PCB6 in Fisch einen Grenzwert von 75 ng/g (Frischgewicht) fest, der in den untersuchten Proben nicht überschritten wurde. Dennoch bleibt die Exposition besorgniserregend, da kein einheitlicher tolerierbarer Tagesdosiswert (TDI) für PCB6 existiert; nationale Werte liegen bei 10–20 ng/kg Körpergewicht pro Tag.

Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit kontinuierlicher Überwachung und strengerer Maßnahmen zur Reduzierung von PCB-Emissionen, um die Gesundheitsrisiken durch Fischkonsum zu minimieren. Sie wurde vom kroatischen Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei gefördert.

Original Paper:

Polychlorinated biphenyls in various fish species farmed and caught in the Adriatic Sea over ten years: A health risk assessment – ScienceDirect

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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