Förderung von grünem Wasserstoff in Leuna

Durch | August 14, 2025

In Sachsen-Anhalt wird die Produktion von grünem Wasserstoff vorangetrieben, trotz bundesweiter Rückschläge bei vergleichbaren Projekten. Am 13. August 2025 überreichte Energie- und Umweltminister Armin Willingmann in Leuna einen Förderbescheid über 4,3 Millionen Euro an das Chemieunternehmen Linde. Mit diesen Mitteln soll ein neuer Elektrolyseur errichtet werden, der einen wichtigen Baustein für die regionale Energiewende und die Industrie der Zukunft darstellt.

Die Elektrolyse spaltet Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff. Wird der Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind- oder Solarenergie gewonnen, spricht man von grünem Wasserstoff – einem Energieträger, der als klimafreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen gilt. Das Verfahren ist jedoch energieintensiv und erfordert erhebliche Investitionen in Infrastruktur und Technologie.

Während vielerorts in Deutschland Wasserstoffprojekte aufgrund hoher Kosten und technischer Hürden verschoben oder abgebrochen werden, setzt Sachsen-Anhalt auf den Ausbau der Wasserstoffwirtschaft. So hatte beispielsweise das Energieunternehmen Mibrag den Bau eines großen Elektrolyseurs in Profen auf unbestimmte Zeit verschoben. Bundesweit ist die Lage unübersichtlich: Zahlreiche Projekte wurden zurückgezogen, ohne dass die genauen Zahlen oder Kosten transparent dokumentiert sind.

Leuna setzt auf grünen Wasserstoff Symbolbild Credits Unsplash

Trotz dieser Probleme bleibt Sachsen-Anhalt ambitioniert. Ein im Juni 2025 ausgeschriebenes Förderprogramm des Energieministeriums, finanziert mit 87 Millionen Euro aus EU-Mitteln, ist bereits ausgeschöpft. Vier Anträge werden derzeit von der Investitionsbank Sachsen-Anhalt geprüft. Der neue Elektrolyseur in Leuna markiert einen konkreten Schritt, um die Region als Standort für die Produktion von grünem Wasserstoff zu etablieren. Experten betonen jedoch, dass der flächendeckende Einsatz von grünem Wasserstoff wohl erst ab 2040 realistisch ist.

Die Investition in Leuna unterstreicht das Ziel, die Industrie in Sachsen-Anhalt zukunftssicher und nachhaltig zu gestalten. Grüner Wasserstoff wird oft als „Erdöl der Zukunft“ bezeichnet, da er in der Industrie, im Verkehr und in der Energieversorgung vielfältige Einsatzmöglichkeiten bietet. Mit der Förderung setzt das Land ein Zeichen für die Energiewende und den Klimaschutz.

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