Saurier Giraffatitan konnte seinen riesigen Schwanz gezielt bewegen

Durch | August 14, 2025
Credits: Vaibhav Pixels, unsplash

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Dr. Verónica Díez Díaz vom Museum für Naturkunde Berlin hat durch digitale 3D-Rekonstruktionen neue Einblicke in die Beweglichkeit des Schwanzes des Sauropoden Giraffatitan brancai gewonnen. Demnach war der Schwanz eines der größten Dinosaurier funktional vielseitiger als bislang angenommen.

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Die Forschenden untersuchten 18 erhaltene Schwanzwirbel und -rippen eines nahezu vollständigen Schwanzes aus der Sammlung des Berliner Naturkundemuseums. Während der Schwanz von Sauropoden in der Forschung oft vernachlässigt wurde, spielt er eine zentrale Rolle für Gleichgewicht, Fortbewegung, Kommunikation und Verteidigung. Mit modernen Kinematikprogrammen analysierten die Wissenschaftler die Beweglichkeit der Wirbel zueinander, die ansetzenden Muskelkräfte und die resultierenden Bewegungsabläufe. Besonders die sogenannten Hämalbögen, knöcherne Strukturen an der Unterseite der Wirbel, erwiesen sich als entscheidend für die Flexibilität des Schwanzes.

Die Ergebnisse zeigen, dass Giraffatitan seinen Schwanz nicht starr hinter sich herzog, sondern angehoben trug und flexibel in verschiedene Richtungen bewegen konnte. Diese Erkenntnisse, die mit den Darstellungen in der Ausstellung des Naturkundemuseums übereinstimmen, vertiefen das Verständnis der Körperhaltung, Bewegungsweise und möglicher sozialer Interaktionen dieser riesigen Pflanzenfresser. Die detaillierten Computermodelle liefern zudem wichtige Impulse für zukünftige Rekonstruktionen und paläobiologische Studien über Sauropoden.

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