
Die Landwirtschaft in Deutschland steht vor enormen Herausforderungen: Der Klimawandel führt zu häufigeren Trockenperioden und Extremwetterereignissen, während gleichzeitig die Zahl der Arbeitskräfte in der Branche sinkt. Das Startup rain2soil aus Osnabrück adressiert diese Probleme mit einer innovativen Lösung: dem autonomen Bewässerungsroboter „Rainbutler“. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt das Projekt mit einer Förderung von 125.000 Euro, um die Entwicklung und Markteinführung des Roboters voranzutreiben.
Der Rainbutler fährt selbstständig in bestehenden Fahrspuren über landwirtschaftliche Flächen und verteilt Wasser präzise in Bodennähe. Diese Methode reduziert Wasserverluste durch Verdunstung, Erosion oder Verwehung erheblich im Vergleich zu herkömmlichen Bewässerungstechniken wie Kreisberegnung oder Weitwurfregner. Letztere sind oft ungenau, verbrauchen viel Energie durch hohen Wasserdruck und erfordern aufwendige Umbauprozesse zwischen den Feldern. Der Rainbutler hingegen ermöglicht eine bedarfsgerechte Bewässerung, die den Wasserverbrauch um etwa 25 Prozent und den Energieverbrauch um bis zu 40 Prozent senkt. Zudem spart der Roboter bis zu 80 Prozent des Arbeitsaufwands, da er nach einmaliger Programmierung autonom ein gesamtes Feld bewässert und anschließend für den nächsten Einsatz neu eingestellt werden kann. Dies ist besonders in Zeiten des Arbeitskräftemangels ein entscheidender Vorteil.
Besonders geeignet ist der Roboter derzeit für kleinere und mittlere Feldgrößen sowie für wasserintensive Kulturen wie Zwiebeln, Kartoffeln oder anderes Gemüse. Die präzise Wasserdosierung verhindert Trockenstress oder Überwässerung, was zu gesünderem Pflanzenwachstum und einer höheren Qualität der Ernteprodukte führt. Langfristig ist eine Anpassung des Systems an alle Feldtypen geplant, um die Einsatzmöglichkeiten zu erweitern.

Der Bedarf für solche Innovationen wächst: Zwischen 2012 und 2022 stieg die bewässerte landwirtschaftliche Fläche in Deutschland von 370.000 auf 550.000 Hektar, und die jährlich verwendete Wassermenge in der Landwirtschaft nahm zwischen 2016 und 2019 um über 38 Prozent zu. Angesichts des fortschreitenden Klimawandels wird erwartet, dass dieser Trend anhält. Die DBU sieht in Projekten wie dem Rainbutler großes Potenzial, die Landwirtschaft nachhaltiger und wirtschaftlich tragfähiger zu gestalten.
Die Förderung des Startups erfolgt im Rahmen des DBU-Programms für Green Startups, das junge Unternehmen unterstützt, die innovative Lösungen für Umwelt, Ökologie und Nachhaltigkeit entwickeln. Mit dem Rainbutler trägt rain2soil dazu bei, die Landwirtschaft in Deutschland zukunftssicher zu machen – ein Schritt hin zu mehr Ressourcenschonung und Effizienz in einer von Klimawandel und Fachkräftemangel geprägten Zeit.

