Öko-Institut warnt vor Abschwächung der Sorgfaltspflichten im Wasserschutz

Durch | September 10, 2025

Wasser ist eine unverzichtbare Lebensgrundlage, doch weltweit wächst der Druck auf diese Ressource durch Klimaveränderungen, Extremwetter und steigenden Bedarf in Landwirtschaft, Industrie und Haushalten. Eine neue Studie des Öko-Instituts zeigt, dass viele global tätige Unternehmen Wasserrisiken in ihren Lieferketten kaum systematisch berücksichtigen. Dies birgt erhebliche Gefahren für Mensch und Umwelt, insbesondere in vorgelagerten Lieferketten wie dem Bergbau oder der Lebensmittelproduktion.

Die Studie unterstreicht, dass Wasser als Schutzgut genauso ernst genommen werden muss wie Klimaschutz oder Biodiversität. Gesetzliche Regelungen wie das deutsche Lieferkettengesetz oder die EU-Sorgfaltspflichtenrichtlinie (CSDDD) schaffen hierfür einen wichtigen Rahmen. Doch aktuelle Pläne der EU, die Sorgfaltspflichten im Rahmen des „Omnibus-1-Pakets“ zu lockern, stoßen beim Öko-Institut auf Kritik. Vorgeschlagene Änderungen, wie die Beschränkung der Pflichten auf den eigenen Geschäftsbereich und direkte Partner oder die Verlängerung der Risikoanalyse-Intervalle auf fünf Jahre, könnten zentrale Risiken in den Lieferketten ausblenden.

Die Wissenschaftlerinnen des Öko-Instituts fordern, den umfassenden Ansatz der Sorgfaltspflichten beizubehalten und klare, einheitliche Regeln zu schaffen, die Unternehmen Planungssicherheit bieten. Wasserschutz sollte dabei als strategische Investition verstanden werden. Die Studie empfiehlt Unternehmen, regelmäßige Risikoanalysen entlang der gesamten Lieferkette durchzuführen, die Verbrauch, Verschmutzung und lokale Gegebenheiten einbeziehen. Instrumente wie der Wasserfußabdruck könnten dabei helfen, Knappheit und Qualität präzise zu bewerten.

Ohne Wasser kein Leben Symbolbild Credits Unsplash

Effektiver Wasserschutz erfordert zudem Zusammenarbeit. Da Wasserrisiken oft über Ländergrenzen hinweg wirken, sind isolierte Maßnahmen einzelner Unternehmen unzureichend. Kooperationen mit Zulieferern, Behörden und lokalen Gemeinschaften sowie der Aufbau von Austauschplattformen und gemeinsamen Datenpools werden als Schlüssel für ein erfolgreiches Wasserrisikomanagement gesehen.

Die Studie des Öko-Instituts, gefördert von der Stiftung Zukunftserbe, betont, dass nur durch kollektives Handeln von Unternehmen, Politik und Gesellschaft Wasserknappheit und -verschmutzung wirksam bekämpft werden können. Sie bietet konkrete Ansätze, wie Unternehmen ihre Verantwortung wahrnehmen und Wasserschutz strategisch in ihre Prozesse integrieren können.

Originalpublikation:

https://www.oeko.de/fileadmin/oekodoc/Wasserverantwortung-als-unternehmerische-S… Studie „Wasserverantwortung als unternehmerische Sorgfaltspflicht?“ des Öko-Instituts

https://www.oeko.de/fileadmin/oekodoc/Sorgfaltspflicht-trifft-Wasserrisiko.pdf Factsheet „Sorgfaltspflicht trifft Wasserrisiko“ des Öko-Instituts

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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