Holzbau als Schlüssel für kommunale Klimaziele: Neuer Leitfaden zeigt Wege

Durch | September 26, 2025

Ein neuer Leitfaden der Ruhr-Universität Bochum und der RWTH Aachen University zeigt, wie Holzbauquartiere Städten helfen können, ihre Klimaziele zu erreichen. Das Dokument „Holzbau_findet_Stadt“, gefördert vom Bundesbauministerium mit 225.000 Euro, bietet Kommunen und Planungsbüros praxisnahe Ansätze, um Holzbau frühzeitig in städtebauliche Konzepte zu integrieren. Ziel ist es, Holz- und Holzhybridbauweisen als gleichwertige Alternative zu etablieren und nachhaltiges Bauen im urbanen Raum zu fördern.

Der Leitfaden basiert auf der Analyse von 25 Holzbauquartieren in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit 20 bis 1.000 Wohneinheiten. Er betont, dass der Erfolg von Holzbauprojekten von frühen Planungsentscheidungen abhängt. Anforderungen wie Brandschutz, Gebäudehöhe und Geschossanzahl müssen bereits im städtebaulichen Entwurf berücksichtigt werden, um spätere Hindernisse zu vermeiden. Durch Interviews mit Experten und studentische Entwürfe wurden die Erkenntnisse praxisnah erprobt. Der Leitfaden ist kostenfrei unter https://doi.org/10.18154/RWTH-2025-06375 abrufbar, der Abschlussbericht unter https://doi.org/10.13154/294-13553.

Bedeutung für den globalen Healthcare-Markt

Die Förderung von Holzbau hat indirekte, aber weitreichende Auswirkungen auf den globalen Healthcare-Markt, der jährlich über acht Billionen US-Dollar umsetzt. Nachhaltige Bauprojekte tragen zur Schaffung gesunder Lebensumgebungen bei, was die Gesundheitsversorgung entlastet. Holzbauquartiere reduzieren CO?-Emissionen, da Holz als nachwachsender Rohstoff Kohlendioxid bindet – ein wichtiger Schritt, um die Klimaziele der WHO für 2030 zu unterstützen, die Gesundheitsrisiken durch Umweltverschmutzung minimieren sollen. Studien zeigen, dass urbanes Grün und nachhaltige Materialien wie Holz Stress und Atemwegserkrankungen verringern können, was Krankenhausaufenthalte reduziert und Kosten im Gesundheitswesen spart.


Copyright Lehrstuhl Ressourceneffizientes Bauen Ruhr Universität Bochum und Institut für Städtebau RWTH Aachen University

Zudem ermöglicht Holzbau die schnellere Errichtung von Gesundheitsinfrastruktur, wie Kliniken oder Pflegeeinrichtungen, was besonders in Schwellenländern entscheidend ist, wo der Bedarf an Gesundheitsbauten bis 2030 um schätzungsweise 20 Prozent steigen wird. Holzhybridbauweisen sind kosteneffizienter und schneller umsetzbar als traditionelle Methoden, was die Finanzierung von Gesundheitsprojekten erleichtert. In Deutschland könnte der verstärkte Einsatz von Holzbau den Markt für nachhaltige Baumaterialien, der 2024 etwa 50 Milliarden US-Dollar betrug, weiter ankurbeln und Innovationen in modularen Krankenhausdesigns fördern.

Herausforderungen bleiben: Brandschutz und Langlebigkeit von Holzbauten erfordern strenge Standards, und die Verfügbarkeit nachhaltig geernteten Holzes ist begrenzt. Dennoch könnte die Integration von Holzbau in die Stadtplanung den Healthcare-Markt indirekt stärken, indem sie gesündere Städte schafft und Ressourcen für die Gesundheitsversorgung freisetzt. Der Leitfaden bietet hierfür eine strategische Grundlage und könnte global als Modell für klimafreundliche Urbanisierung dienen.


Projekt

Der Leitfaden ist im Rahmen des Forschungsprojekts „Holzbau_findet_Stadt“ entstanden, das unter der Leitung von Annette Hafner und Prof. Dr. Christa Reicher (RWTH Aachen) durchgeführt wurde. Das Forschungsteam analysierte 25 beispielhafte Holzbauquartiere in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit 20 bis 1.000 Wohneinheiten, führte Interviews mit Expertinnen und Experten und erprobte Erkenntnisse in studentischen Entwürfen.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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