Eine Studie in Medical and Veterinary Entomology untersuchte, ob die Gnitze der Art Culicoides – winzige Insekten, die gefährliche Viren auf Nutztiere übertragen können – versehentlich mit Schnittblumenlieferungen von Afrika nach Europa exportiert wird.
Obwohl Forscher auf einer kenianischen Blumenfarm eine geringe Anzahl dieser Insekten in der Nähe und in Gewächshäusern entdeckten, fanden sie keine in Verpackungs- oder Transportbereichen. Dies deutet darauf hin, dass das Risiko, dass Mücken mit Blumen transportiert werden, zwar sehr gering, aber nicht gleich null ist.
Angesichts der Tatsache, dass Nordeuropa in den letzten Jahren mehrere unerwartete Ausbrüche von durch Mücken übertragenen Tierkrankheiten erlebt hat, unterstreichen die Ergebnisse, dass Blumentransporte als potenzieller, wenn auch unwahrscheinlicher Übertragungsweg für Krankheiten betrachtet werden müssen. Die Forscher der Studie schlagen einfache, kostengünstige Maßnahmen (wie Insektenlichtfallen in Packräumen) und die Zusammenarbeit mit Landwirten vor, um das Risiko weiter zu senken und sowohl die öffentliche Gesundheit als auch den internationalen Handel zu schützen.
„Der Kauf und das Verschenken von Schnittblumen hat in Europa eine große kulturelle Bedeutung. Doch der Trend der letzten Jahrzehnte, Schnittblumen in großem Maßstab in Afrika zu produzieren und per Flugzeug nach Europa zu verschiffen, birgt neue Risiken der Krankheitsverbreitung“, sagte der korrespondierende Autor Dr. Matthew Baylis von der Universität Liverpool in Großbritannien. „Obwohl wir keine direkten Hinweise auf den Transport von Mücken von Afrika nach Europa gefunden haben, verdeutlicht unsere Studie dennoch mögliche Risiken der Verbreitung von Pflanzen- und Tierkrankheiten sowie Überträgern im Zusammenhang mit dem weltweiten Schnittblumenhandel.“
Quelle: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/mve.70016

