
Die Zugabe von Pflanzenkohle (Biochar) zu Kompost beschleunigt die Reifung, steigert die Qualität des Endprodukts und senkt Treibhausgas-Emissionen deutlich. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen globalen Meta-Analyse chinesischer Wissenschaftler, die 269 Beobachtungen aus 125 Studien weltweit ausgewertet haben.
Die Studie der Sichuan Agricultural University zeigt erstmals systematisch, welche Eigenschaften der Pflanzenkohle und welche Kompostierbedingungen den größten Nutzen bringen. Besonders wirksam sind Biochar aus Stroh, eine Pyrolysetemperatur über 400 °C sowie eine Zugabemenge von mehr als zwölf Prozent. Unter diesen Bedingungen sinken die Emissionen von Methan (CH?) um durchschnittlich 51,3 Prozent, von Lachgas (N?O) um 43,5 Prozent und von Ammoniak (NH?) um 47,6 Prozent.

Gleichzeitig verbessert sich die Kompostqualität messbar: Der C/N-Wert und der Keimindex (Germination Index) als wichtige Reife-Indikatoren erreichen deutlich bessere Werte, Stickstoffverluste werden reduziert. Die Porenvolumen und Oberfläche der Pflanzenkohle spielen dabei eine entscheidende Rolle, weil sie Lebensraum und Adsorptionsfläche für Mikroorganismen schaffen.
Die Ergebnisse erklären, warum frühere Studien teils widersprüchliche Effekte zeigten: Unterschiede im Ausgangsmaterial der Kohle (z. B. Holz, Stroh oder Abfall), in der Herstellungstemperatur und in der Dosierung führten zu stark schwankenden Resultaten. Die jetzt vorgelegte Meta-Analyse beseitigt diese Unsicherheiten und liefert konkrete Handlungsempfehlungen für Kompostieranlagen und landwirtschaftliche Betriebe.
Laut den Autoren um Fei Shen können Kommunen und Landwirte durch gezielte Auswahl der richtigen Biochar-Typen nicht nur die Kompostqualität steigern, sondern gleichzeitig einen relevanten Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Studie erschien am 16. Oktober 2025 in der Fachzeitschrift Biochar X und wurde durch das chinesische Nationale Schwerpunktprogramm für Forschung und Entwicklung finanziert.
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