Heiße Dürre ließ Waldbrandrisiko in Los Angeles um bis zu 210 Prozent steigen

Durch | Januar 1, 2026

Ein Jahr nach den verheerenden Waldbränden Anfang Januar 2025 in Los Angeles bleibt eine drängende Frage bestehen: Was machte diese Brände, die zu den zerstörerischsten in der Geschichte der Region zählen, so extrem? Neue Forschungsergebnisse liefern nun eine quantifizierbare Antwort und weisen auf die entscheidende Rolle des Zusammenspiels von hohen Temperaturen und Dürre hin.

Der globale Klimawandel verstärkt extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen und Dürren, was wiederum Häufigkeit, Intensität und räumliche Verteilung von Waldbränden weltweit verändert. Anfang Januar 2025 brachen in der Region um Los Angeles verheerende Waldbrände aus, die schwerwiegende gesellschaftliche und ökologische Folgen hatten. Die Mechanismen hinter ihrer beispiellosen Heftigkeit, insbesondere der Einfluss meteorologischer Bedingungen, sind noch unklar.

Waldbrände in Kalifornien. Symbolbild. Credits Unsplash
Waldbrände in Kalifornien Symbolbild Credits Unsplash

Um diesem Problem zu begegnen, untersuchte ein internationales Wissenschaftlerteam des Instituts für Atmosphärenphysik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, der Nanjing University of Information Science and Technology und der University of Wisconsin-Madison die Eigenschaften der Brände. Mithilfe eines auf Copulas basierenden Bayes’schen Wahrscheinlichkeitsmodells quantifizierten sie, wie sich „heiße Dürrebedingungen“ auf die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses auswirkten.

Ihre in  „Advances in Atmospheric Sciences“ veröffentlichte Studie zeigt, dass die Waldbrände in Los Angeles im Jahr 2025 ein Ereignis darstellen, das in der typischen Regenzeit der Region etwa alle 67 Jahre vorkommt. Die Brände wurden hauptsächlich durch kombinierte Hitze und Trockenheit verursacht. Die Analyse zeigt, dass die extreme Dürre während der Brandperiode die Wahrscheinlichkeit für Waldbrände mit ähnlicher Intensität und verbrannter Fläche um 54 % bzw. 75 % erhöhte. Durch die zusätzlich herrschenden hohen Temperaturen verstärkten sich diese Wahrscheinlichkeiten dramatisch – um 149 % für die Intensität und um 210 % für die verbrannte Fläche.

Neben der extremen Hitze und Dürre trugen weitere Faktoren zur Katastrophe bei. Überdurchschnittliche Niederschläge im Spätwinter 2023 und 2024 begünstigten ein üppiges Pflanzenwachstum. Darauf folgte eine längere Periode mit heißen, trockenen Bedingungen, die die Vegetation austrockneten und so reichlich Brennmaterial schufen. Zusätzlich spielten starke, trockene Santa-Ana-Winde eine bedeutende Rolle bei der Ausbreitung der Brände. Im Vergleich zu schwachen Winden erhöhten starke Winde die Wahrscheinlichkeit solch verheerender Brände unter den Bedingungen von Hitze und Dürre um 119 % hinsichtlich der Intensität und um 387 % hinsichtlich der verbrannten Fläche.

„Unsere Ergebnisse deuten auf ein stark erhöhtes Risiko großer, intensiver Waldbrände unter heißen Dürrebedingungen hin, sogar außerhalb der traditionellen Waldbrandsaison“, sagte Hauptautor Dr. Feng Ma. „Dies unterstreicht die dringende Notwendigkeit, dem Waldbrandrisiko das ganze Jahr über mehr Aufmerksamkeit zu widmen und adaptive Reaktionsstrategien im Kontext des Klimawandels zu entwickeln.“

Die Forschung unterstreicht, wie der Klimawandel und seine Variabilität neuartige und gefährliche Brandwetterlagen schaffen und das Risiko auf Jahreszeiten ausdehnen, die historisch gesehen als weniger anfällig galten.

Zum Forschungsteam gehören: Feng Ma von der Nanjing University of Information Science and Technology; Xing Yuan vom Institut für Atmosphärenphysik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften; und Jason A. Otkin von der University of Wisconsin-Madison.

Die Studie ist Teil einer laufenden Sonderausgabe zu den Waldbränden in Los Angeles im Jahr 2025, die von  Advances in Atmospheric Sciences herausgegeben wird  .  Die Ausgabe widmet sich der Weiterentwicklung der Wissenschaft in den Bereichen Waldbranddiagnostik, Frühwarnung und Klimadienstleistungen und freut sich über weitere Einreichungen.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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