PFAS: Fraunhofer-Konsortium startet Projekt zur Substitution von Fluorpolymeren

Durch | Februar 17, 2026

Das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF koordiniert das Verbundprojekt „FLUORBEST“, das systematisch Substitutionsmöglichkeiten für Fluorpolymere in technischen Anwendungen erschließen soll. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Vorhaben läuft bis Januar 2028 und wird gemeinsam mit den Fraunhofer-Instituten IWM, IFAM und ITEM sowie der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) durchgeführt. Ein Beirat aus Industrie, Wissenschaft und Verbänden begleitet das Projekt.

Hintergrund sind geplante regulatorische Einschränkungen für per- und polyfluorierte Substanzen (PFAS) und die Notwendigkeit, Alternativen für industrielle Anwendungen zu identifizieren. Ziel ist die Entwicklung einer integrierten Bewertungsmethodik, die technische Leistungsfähigkeit und (öko)toxikologische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Die Methode soll eine transparente, nachvollziehbare und faktenbasierte Entscheidungsgrundlage schaffen, ob und unter welchen Bedingungen eine Substitution möglich ist.

Symbolbild Credits Unsplash

Ein zentraler Baustein ist eine semantisch strukturierte Datenbasis, die an die BMFTR-Plattform „MaterialDigital“ angebunden wird. Dadurch werden Projektergebnisse unmittelbar für Industrie und Forschung nutzbar und beschleunigen – wo machbar – den Übergang zu fluorfreien Lösungen. Dr. Frank Schönberger, Projektleiter am Fraunhofer LBF, betonte, das Vorhaben schaffe eine belastbare Entscheidungsbasis für die Industrie. Prof. Dr. Christoph Eberl vom Fraunhofer IWM ergänzte, die Anbindung an MaterialDigital mache die Erkenntnisse breit verfügbar.

Das Projekt startet mit einer sektorenübergreifenden Erhebung der Anforderungen an Fluorpolymere und ihrer Kerneigenschaften. Im weiteren Verlauf liegt der Fokus auf dem Sektor „Sealings“ (Dichtungen) gemäß dem ECHA-Beschränkungsvorschlag. Erwartet werden eine praxistaugliche Bewertungsmethodik sowie ein benutzerfreundliches Datenportal, das sowohl kommerziell verfügbare Alternativen als auch den aktuellen Stand von Technik und Wissenschaft bewertet.

Unternehmen sind zur aktiven Mitarbeit eingeladen. Sie können spezifische Anforderungsprofile einbringen und bei der Entwicklung von Anwendungsszenarien (User Journeys) mitwirken. Das Konsortium betont die enge Industriekooperation, um die Praxistauglichkeit der Ergebnisse sicherzustellen.

Am 24. März 2026 findet ein Workshop in Darmstadt statt, der der Ermittlung, Konkretisierung und Systematisierung von Anforderungen und Kriterien dient – exemplarisch am Beispiel des Sektors „Sealings“. Zielgruppe sind Hersteller von Dichtungen, Maschinenbauer, Anwender und Rohstofflieferanten. Anmeldung und weitere Informationen sind über das Fraunhofer LBF möglich.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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