
Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass durch geringe Temperaturunterschiede an der Meeresoberfläche mehr Kohlendioxid (CO?) aufgenommen werden kann.
Wissenschaftler untersuchten die „Ozeanhaut“ – einen weniger als 2 mm dicken Streifen an der Meeresoberfläche, der geringfügig kühler ist als der Rest.
Theoretische Untersuchungen und Laboruntersuchungen legen nahe, dass dieser Temperaturunterschied zu einer höheren CO?-Aufnahme durch den Ozean führen sollte. Dies konnte auf See jedoch noch nie erfolgreich beobachtet werden.
Die neue Studie – geleitet von Forschern vom Penryn-Campus der University of Exeter in Cornwall – verwendete Präzisionsmessungen, um zu bestätigen, dass die Temperatur der Meeresoberfläche tatsächlich die Kohlenstoffaufnahme unterstützt.
Die Ergebnisse der Studie, die im Atlantik durchgeführt wurde, deuten darauf hin, dass dieser Ozean jedes Jahr etwa 7 % mehr CO? aufnimmt als bisher angenommen. Das mag wenig klingen, aber auf alle Ozeane übertragen entspricht diese zusätzliche Kohlenstoffaufnahme dem eineinhalbfachen des Kohlenstoffs, der durch das jährliche Waldwachstum im Amazonas-Regenwald gebunden wird.
Die globalen Ozeane absorbieren etwa ein Viertel der Kohlendioxidemissionen der Menschheit und verlangsamen so den Klimawandel, schädigen aber gleichzeitig auch die Ozeane. Die neuen Erkenntnisse tragen dazu bei, unser Verständnis dieser Prozesse zu verbessern.
„Unsere Ergebnisse liefern Messungen, die unser theoretisches Verständnis über CO?-Flüsse an der Meeresoberfläche bestätigen“, sagte der Hauptautor Dr. Daniel Ford von der University of Exeter.
„Angesichts der COP29-Klimakonferenz, die nächsten Monat stattfindet, unterstreicht diese Arbeit die Bedeutung der Ozeane. Sie sollte uns aber auch dabei helfen, die globalen Kohlenstoffbewertungen zu verbessern, die als Orientierung für die Emissionsreduzierung dienen.“

Original Paper:
https://www.nature.com/articles/s41561-024-01570-7

