
Kourou, 29. April 2025 – Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat heute um 11:15 Uhr den BIOMASS-Satelliten erfolgreich vom Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana, in die Umlaufbahn gebracht. Die Mission markiert einen Durchbruch in der globalen Überwachung von Wäldern und ihrer Rolle als Kohlenstoffspeicher, indem sie erstmals ein P-Band-Radar mit synthetischer Apertur (SAR) im All einsetzt.

Stefan Kiryenko
ESA
BIOMASS wird die Biomasse in dichten Wäldern, insbesondere in den Tropen, mit hoher Präzision kartieren und über fünf Jahre deren Entwicklung überwachen. Das innovative P-Band-Radar durchdringt Baumkronen und erfasst die Holzstruktur, wodurch zuverlässige Daten zur oberirdischen Biomasse und den Kohlenstoffvorräten gewonnen werden. Wälder speichern etwa die Hälfte des globalen Biomasse-Kohlenstoffs, was dem Vierfachen der jährlichen anthropogenen CO?-Emissionen entspricht, und sind essenziell für den Klimaschutz und die biologische Vielfalt.
Bisherige Satellitentechnologien konnten die Biomasse in tropischen Wäldern nur ungenau erfassen. BIOMASS schließt diese Lücke und liefert Daten, die für globale Klimamodelle, Naturschutzmaßnahmen und politische Entscheidungen, etwa im Rahmen des Pariser Abkommens oder von REDD+-Programmen, unerlässlich sind. Die Mission unterstützt die Verfolgung von Entwaldung und Kohlenstoffemissionen, die durch klimatische und menschliche Einflüsse zunehmen.
Die frei zugänglichen Daten von BIOMASS werden Wissenschaft, Umweltorganisationen und Regierungen weltweit zur Verfügung stehen und die internationale Zusammenarbeit in der Klima- und Erdsystemforschung fördern. Als Teil des ESA Earth-Explorer-Programms stärkt die Mission die Grundlage für internationale Klimavereinbarungen und nachhaltige Anpassungsstrategien.

