FAQ: Wie kann man sich vor Blei im Trinkwasser schützen?

Durch | Juni 4, 2025

Blei im Trinkwasser kann ein Gesundheitsrisiko darstellen, insbesondere für Kinder und Schwangere. Hier beantworten wir häufig gestellte Fragen zum Schutz vor Blei im Trinkwasser.

1. Wie gelangt Blei ins Trinkwasser?

Blei gelangt meist durch alte Bleileitungen, Armaturen oder Lötstellen in das Trinkwasser. Besonders in Gebäuden, die vor den 1970er-Jahren gebaut wurden, können solche Materialien vorhanden sein. Wenn Wasser längere Zeit in diesen Leitungen steht, kann sich Blei lösen.

2. Welche Gesundheitsrisiken birgt Blei im Trinkwasser?

Blei ist ein giftiges Schwermetall. Eine langfristige Aufnahme, selbst in geringen Mengen, kann zu gesundheitlichen Problemen führen, wie:

  • Entwicklungsstörungen bei Kindern
  • Nervenschäden
  • Nierenprobleme
  • Bluthochdruck bei Erwachsenen

3. Wie erkenne ich, ob mein Trinkwasser Blei enthält?

Da Blei weder sichtbar ist noch Geruch oder Geschmack verursacht, ist ein Labortest die einzige zuverlässige Methode. Sie können:

  • Eine Wasserprobe bei einem zertifizierten Labor analysieren lassen.
  • Beim lokalen Wasserwerk nach Bleiwerten in der Region fragen.
  • Einen Schnelltest für zu Hause nutzen (weniger genau).

4. Wie kann ich mich vor Blei im Trinkwasser schützen?

Es gibt mehrere Maßnahmen, um die Bleibelastung zu reduzieren:

  • Wasser ablaufen lassen: Lassen Sie das Wasser 30–60 Sekunden laufen, bis es kälter wird, bevor Sie es verwenden, besonders nach längerer Standzeit (z. B. morgens).
  • Kaltes Wasser verwenden: Nutzen Sie für Kochen und Trinken nur kaltes Wasser, da warmes Wasser mehr Blei lösen kann.
  • Wasserfilter einsetzen: Verwenden Sie zertifizierte Filter (z. B. Aktivkohlefilter oder Umkehrosmose), die speziell für die Blei-Entfernung ausgelegt sind. Achten Sie auf Zertifizierungen wie NSF/ANSI 53.
  • Leitungen überprüfen und austauschen: Lassen Sie alte Bleileitungen oder -armaturen durch einen Fachbetrieb ersetzen. Moderne Materialien wie Kupfer oder Kunststoff sind sicherer.
  • Regelmäßige Reinigung von Armaturen: Entfernen Sie Ablagerungen in Wasserhähnen, die Blei enthalten könnten.

5. Sind Wasserfilter immer notwendig?

Nicht immer, aber sie sind eine effektive Vorsichtsmaßnahme, besonders in Altbauten oder wenn Bleileitungen vermutet werden. Wählen Sie einen Filter, der für die Blei-Entfernung zertifiziert ist, und wechseln Sie die Kartuschen regelmäßig.

6. Was können Mieter tun, wenn sie Bleileitungen vermuten?

Mieter sollten:

  • Den Vermieter über mögliche Bleileitungen informieren und eine Überprüfung fordern.
  • Einen Wassertest selbst durchführen oder veranlassen.
  • Kurzfristig Wasserfilter nutzen oder Wasser ablaufen lassen.
  • Beim Gesundheitsamt oder der Verbraucherzentrale nach Unterstützung fragen.

7. Gibt es gesetzliche Regelungen zu Blei im Trinkwasser?

In Deutschland regelt die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) die Bleigrenzwerte. Seit 2013 gilt ein Grenzwert von 10 Mikrogramm pro Liter. Vermieter und Betreiber von Trinkwasseranlagen sind verpflichtet, diese einzuhalten und ggf. Bleileitungen zu ersetzen.

8. Wer übernimmt die Kosten für den Austausch von Bleileitungen?

In der Regel trägt der Vermieter oder Eigentümer die Kosten für den Austausch von Bleileitungen, da es sich um eine Modernisierungsmaßnahme handelt. Mieter können sich bei Streitigkeiten an den Mieterschutzbund oder einen Anwalt wenden.

9. Kann ich abgekochtes Wasser trinken, um Blei zu entfernen?

Nein, Abkochen entfernt Blei nicht. Es kann die Konzentration sogar erhöhen, da Wasser verdampft und Blei zurückbleibt.

10. Wo finde ich weitere Informationen?

  • Umweltbundesamt (UBA): Informationen zu Trinkwasserqualität und Bleischutz.
  • Verbraucherzentrale: Beratung zu Wassertests und rechtlichen Schritten.
  • Lokale Wasserwerke: Daten zur Wasserqualität in Ihrer Region.
  • Webseite des Bundesgesundheitsministeriums: Aktuelle Regelungen zur Trinkwasserverordnung.

Fazit

Der Schutz vor Blei im Trinkwasser erfordert einfache Vorsichtsmaßnahmen wie das Ablaufenlassen von Wasser, den Einsatz von Filtern oder langfristig den Austausch von Bleileitungen. Wenn Sie in einem älteren Gebäude wohnen, lohnt sich ein Wassertest, um Klarheit zu schaffen. Handeln Sie proaktiv, um Ihre Gesundheit und die Ihrer Familie zu schützen.


Blei im Trinkwasser ist gefährlich Symbolbild Credits Pexels
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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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