In Großbritannien hat sich eine vierte Schlangenart neben den einheimischen Kreuzottern, Ringel- und Schlingnattern etabliert. Die Äskulapnatter (Zamenis longissimus) hat sich trotz des eigentlich zu kühlen Klimas an drei Orten in Wales und London angesiedelt[2].
Forscher der Bournemouth University unter der Leitung von Tom Major haben untersucht, wie diese wärmeliebende Art auf den Britischen Inseln überlebt. Die Studie ergab, dass die Schlangen die Nähe des Menschen suchen, um die für sie notwendige Wärme zu finden[2].
In den Jahren 2021 und 2022 wurden 21 Nattern in Colwyn Bay mit Peilsendern ausgestattet. Die Daten zeigten, dass sich besonders die männlichen Tiere in Gärten und sogar in Gebäuden aufhielten. Die Weibchen bewegten sich zwar auch in bewaldeten Gebieten, legten ihre Eier jedoch ausschließlich in Komposthaufen ab, wo die Zersetzungswärme für die Brut sorgte[2].
Die Äskulapnattern sind geschickte Kletterer und können sogar Hauswände erklimmen, um in Hohlräume oder auf Dachböden zu gelangen. Für Menschen stellen sie keine Gefahr dar, da sie ungiftig sind und ihre Beute erwürgen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Ratten und Mäusen, was sie zu natürlichen Schädlingsbekämpfern in Siedlungsgebieten macht[2].
Obwohl die Art vor Hunderttausenden von Jahren auf den Britischen Inseln heimisch war, starb sie während einer Eiszeit aus. Ihre jetzige Präsenz geht auf freigesetzte oder entlaufene Tiere zurück. Die steigenden Durchschnittstemperaturen begünstigen zwar ihr Überleben, reichen aber noch nicht für eine dauerhafte Ausbreitung außerhalb städtischer Wärmeinseln aus[2].
Quelle: Spektrum.de
Quellen:
[1] 2238501 https://www.spektrum.de/news/grossbritannien-eingeschleppte-schlange-sucht-menschennaehe/2238501
[2] Großbritannien: Eingeschleppte Schlange sucht Menschennähe https://www.spektrum.de/news/grossbritannien-eingeschleppte-schlange-sucht-menschennaehe/2238501

