Auffällige Messwerte nach Brand im Wasserwerk Süderelbmarsch: Auswirkungen für Verbraucher

Durch | August 10, 2025
Credits: Adonyi Gábor, pexels

Hamburg – Ein Brand im Wasserwerk Süderelbmarsch hat am vergangenen Freitagabend die Trinkwasserversorgung im Hamburger Süden vorübergehend beeinträchtigt. Um die Versorgung sicherzustellen, wurde das nahegelegene Wasserwerk Bostelbek in Betrieb genommen. Bei laufenden Kontrollen wurden dort jedoch erhöhte Manganwerte festgestellt, die Fragen zur Wasserqualität und möglichen Auswirkungen für die Verbraucher aufwerfen.

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Der Brand ereignete sich in einem Schaltschrank einer Umpumpanlage im Wasserwerk Süderelbmarsch, gelegen in der Neuwiedenthaler Straße. Aufgrund spezieller Sicherheitsvorkehrungen konnte die Feuerwehr den Brandherd erst nach einigen Minuten erreichen, was zu starker Rauchentwicklung führte. Die Wasserversorgung wurde daraufhin umgehend auf das Ersatzwasserwerk Bostelbek umgeleitet, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Bei den routinemäßigen Wasseranalysen im Wasserwerk Bostelbek wurden Manganwerte von 0,1 Milligramm pro Liter gemessen, die den Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 0,05 Milligramm pro Liter überschreiten. Im Leitungsnetz wurde größtenteils der Grenzwert eingehalten, jedoch zeigte ein Messpunkt einen leicht erhöhten Wert von 0,059 Milligramm pro Liter.

Mangan ist ein natürliches Spurenelement, das in geringen Konzentrationen im Grundwasser vorkommt. Erhöhte Werte deuten häufig auf technische Veränderungen im Wassersystem hin, wie sie nach einer längeren Stilllegung von Filteranlagen auftreten können. Im Fall des Wasserwerks Bostelbek wird die Ursache in der noch nicht vollständig eingefahrenen biologischen Aktivität der Sandfilter vermutet, die nach der Reaktivierung einige Tage benötigen, um ihre volle Leistungsfähigkeit zu erreichen. Laut Hamburg Wasser besteht derzeit kein gesundheitliches Risiko für Verbraucher, da der gemessene Manganwert deutlich unter dem Maßnahmenhöchstwert von 0,2 Milligramm pro Liter für Säuglinge und Kleinkinder liegt. Dennoch können erhöhte Manganwerte zu einer leichten Verfärbung oder Trübung des Wassers führen, was für Verbraucher auffällig sein könnte.

Für die Verbraucher im Hamburger Süden bedeutet dies, dass das Trinkwasser weiterhin bedenkenlos genutzt werden kann, auch wenn vereinzelt optische Veränderungen wie eine Braunfärbung auftreten könnten. Hamburg Wasser betont, dass die Wasserqualität engmaschig überwacht wird und in enger Abstimmung mit der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz Maßnahmen ergriffen werden, um die Manganwerte schnell wieder auf ein normales Niveau zu senken. Die Filteranlagen im Wasserwerk Bostelbek werden derzeit optimiert, um die biologische Aktivität zu stabilisieren und die Wasserqualität zu verbessern.

Langfristig plant Hamburg Wasser, das 1956 erbaute Wasserwerk Süderelbmarsch umfassend zu sanieren, um es an den aktuellen Stand der Technik anzupassen. Bereits seit 2012 laufen Modernisierungsarbeiten, darunter die Umstellung auf ein einstufiges Filtrationsverfahren und die Einführung neuer Belüftungstechnologien. Diese Maßnahmen sollen die Versorgungssicherheit und die Wasserqualität nachhaltig verbessern. Verbraucher werden gebeten, Auffälligkeiten wie Verfärbungen oder ungewöhnlichen Geschmack des Wassers direkt an Hamburg Wasser zu melden, um eine schnelle Reaktion zu ermöglichen. Weitere Informationen zur aktuellen Situation und den Analysewerten sind auf der Website von Hamburg Wasser verfügbar.

Die Vorfälle zeigen, wie anfällig die Trinkwasserversorgung für technische Störungen sein kann und wie wichtig eine moderne Infrastruktur sowie fortlaufende Kontrollen sind, um die hohe Qualität des Hamburger Trinkwassers zu gewährleisten.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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