
Solarmodule, die für die Revolution der erneuerbaren Energien unverzichtbar sind, enthalten wertvolle Materialien wie Silizium, Aluminium, Kupfer, Silber, Glas und Polymere. Am Ende ihrer Lebensdauer – normalerweise nach 25 bis 30 Jahren – landen die meisten Module jedoch auf Mülldeponien, wodurch diese wichtigen Ressourcen verschwendet werden. Forscher widmen sich nun dieser wachsenden Umweltherausforderung.
Das vom norwegischen Wissenschaftsinstitut SINTEF koordinierte und von der EU finanzierte Forschungsprojekt QUASAR zielt darauf ab, das Recycling von Solarmodulen zu revolutionieren und sicherzustellen, dass mehr Materialien zurückgewonnen und in der Solarzellenindustrie und darüber hinaus wiederverwendet werden können. Mit dem Schwerpunkt auf der Förderung der Kreislaufwirtschaft entwickelt das Projekt Spitzentechnologien, um 70 bis 90 % der wichtigsten Materialien, darunter Silizium, Metalle, Glas und Polymere, mit hohem Reinheitsgrad zu recyceln.
Recycling über Aluminium und Glas hinaus
Beim Recycling von Solarmodulen werden derzeit vor allem Aluminiumrahmen und Glas zurückgewonnen, während andere Materialien – wie Silizium, Silber und Polymere – größtenteils entsorgt werden.

Die gekapselte Struktur von Solarmodulen und das sich entwickelnde Design neuerer Modelle stellen erhebliche Herausforderungen für das Recycling dar. Die Module unterscheiden sich in Größe, Materialzusammensetzung und Eigenschaften, was es schwierig macht, eine einheitliche Recyclinglösung zu entwickeln. QUASAR geht diese Probleme mit innovativen Ansätzen an.
Digitale Pässe, KI und zirkuläre Lösungen
Das QUASAR-Projekt integriert fortschrittliche Tools, um eine vollständige Kreislaufwirtschaft für Solarpanelmaterialien zu erreichen. Zu den wichtigsten Initiativen gehören:
Innovative Recyclingtechnologien : Entwicklung von Methoden zur effizienten Trennung und Verarbeitung von Materialien aus stillgelegten Paneelen.
Digitale Produktpässe : Mithilfe der digitalen Zwillingstechnologie können diese Pässe Solarmodule während ihres gesamten Lebenszyklus verfolgen und verwalten und wichtige Informationen zu Produktion, Materialzusammensetzung und Zustand liefern.
Künstliche Intelligenz : KI-gesteuerte Lösungen beurteilen den Zustand gebrauchter Paneele und bestimmen, ob sie wiederverwendet, repariert oder recycelt werden können.
Die Kombination dieser Technologien zielt darauf ab, die Ressourcenrückgewinnung zu optimieren, Abfall zu minimieren und die Kosteneffizienz für die Solarindustrie zu verbessern.
Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft
Das QUASAR-Projekt wird im Rahmen des Programms HORIZON – Nachhaltige, sichere und wettbewerbsfähige Energieversorgung der Europäischen Union gefördert (Fördervereinbarungsnummer 101122298). Das im September 2023 gestartete und bis November 2027 laufende Projekt bringt Experten und Interessenvertreter zusammen, um den Weg für eine grünere, nachhaltigere Solarenergiebranche zu ebnen.
Durch die Umsetzung dieser innovativen Recyclinglösungen trägt das QUASAR-Team zu einer nachhaltigeren und ressourcenschonenderen Zukunft bei und sorgt dafür, dass die Solarmodule, die die Energiewende vorantreiben, einen geringeren ökologischen Fußabdruck hinterlassen.

