Bleivergiftungen in Nigeria nehmen katastrophale Ausmaße an

Durch | Mai 14, 2025

Der handwerkliche Bleibergbau in Nigeria ist laut einer heute veröffentlichten Studie für Bleibelastungen in der Luft verantwortlich, die zehnmal höher sind als der zulässige Grenzwert in den USA. Dies ist die erste Studie, die über die Bleibelastung in der Luft durch selbstständige handwerkliche Bleibergleute als Quelle der Belastung der Bevölkerung berichtet.

Bleiabbau in NigeriaCredits Occupational Knowledge International

Die Studie ergab außerdem, dass die Bleibelastung in der Luft bei der Golderzverarbeitung in Nordnigeria mehr als 30-mal höher ist als die zulässigen Grenzwerte. Bei der überwachten handwerklichen Golderzverarbeitung kamen verschiedene manuelle und maschinelle Mahlverfahren zur Verarbeitung und Gewinnung des Goldes zum Einsatz.

Die im Journal of Occupational and Environmental Hygiene veröffentlichte Studie „Airborne lead exposures during artisanal lead mining and gold ore processing in Zamfara Nigeria“ ist verfügbar unter: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/15459624.2025.2491490?src=

Blei wird für die Verwendung in vielen Produkten abgebaut, wird aber hauptsächlich zur Herstellung von Bleibatterien verwendet. Der Markt für Bleibatterien wächst trotz der zunehmenden Konkurrenz durch Lithium-Ionen-Batterien und andere teurere Batteriechemikalien weiter.

„Wir haben festgestellt, dass die Bleibelastung unter Tage bei Bergleuten bis zu 22-mal höher ist als die berufsbedingte Bleibelastung in der Luft“, sagte Manti Michael Nota, Dozent an der Ardhi University in Daressalam, Tansania und Hauptautor der Studie. Er fügte hinzu: „Diese Belastungen tragen zu den hohen Bleivergiftungsraten bei Kindern bei, die wir in diesen Gemeinden beobachten.“

Bleibatteriespeicher gelten in den meisten Ländern als unverzichtbar für die Förderung sauberer Energie aus Sonne und Wind, insbesondere in ländlichen Gebieten ohne Anschluss an das Stromnetz. Neben den gefährlichen Belastungen durch Blei im Bergbau sind die Herstellung und das Recycling dieser Batterien eine gut dokumentierte Ursache für Bleivergiftungen am Arbeitsplatz und im Kindesalter.

„Diese Ergebnisse legen nahe, dass der informelle Bleibergbau eine der gefährlichsten Formen des Bergbaus ist, der trotz der wachsenden Zahl selbstständiger Bleibergbauunternehmen auf der ganzen Welt wenig Beachtung geschenkt wird“, sagte Perry Gottesfeld, Geschäftsführer von Occupational Knowledge International (OK International), dessen Organisation bei diesem Projekt mit Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) zusammenarbeitete.

Blei verursacht schwere neurologische Defizite und Todesfälle bei Kindern in diesen Gemeinden. Selbst bei geringer Bleibelastung sterben jährlich schätzungsweise fünf Millionen Menschen an Blei, vor allem aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Investitionen in einen sichereren Bergbau zur Reduzierung der Bleibelastung würden sich im Vergleich zu den Kosten für die Behandlung schwerer Bleivergiftungen in diesen Gemeinden deutlich rentieren.

Die nigerianische Regierung hat versucht, den Bergbau im Bundesstaat Zamfara zu verbieten. Diese Bemühungen waren jedoch weitgehend erfolglos, da aus den Bergbaugemeinden immer wieder Fälle von Bleivergiftungen gemeldet werden.

Schätzungsweise 40 Millionen Menschen arbeiten in mindestens 70 Ländern weltweit im informellen Kleinbergbau. Neben dem handwerklichen Goldabbau trägt auch der informelle Bleibergbau zu einem wachsenden Anteil der weltweiten Bleiversorgung bei.

DOI

10.1080/15459624.2025.2491490

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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