Brände im Amazonasgebiet im Jahr 2024 führen zu beispiellosen Kohlenstoffemissionen und Zerstörung des Ökosystems

Durch | Oktober 8, 2025

Eine neue Studie von Forschern der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission zeigt, dass der Amazonas-Regenwald gerade seine verheerendste Waldbrandsaison seit über zwei Jahrzehnten erlebt hat. Diese löste rekordverdächtige Kohlendioxidemissionen aus und offenbarte die wachsende ökologische Fragilität der Region trotz eines verlangsamten Abholzungstrends. Die Brände im Jahr 2024 setzten schätzungsweise 791 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre frei, was in etwa den jährlichen Emissionen Deutschlands entspricht. Dies ist eine Versiebenfachung gegenüber dem Durchschnitt der beiden vorangegangenen Jahre.

Laut der heute in Biogeosciences veröffentlichten Studie waren allein im letzten Jahr 3,3 Millionen Hektar Amazonas-Regenwald von Bränden betroffen. Dieser außerordentliche Anstieg der Brandaktivität ist wahrscheinlich auf eine Kombination aus extremer Dürre, die durch den Klimawandel verschärft wird, Waldfragmentierung und Landnutzungsmisswirtschaft (z. B. Fluchtbrände oder kriminelle Brände durch Landräuber) zurückzuführen, die zu erheblicher Waldschädigung führen. In der Analyse für den Zeitraum 2022–2024 hat erstmals die durch Feuer verursachte Waldschädigung die Abholzung als Hauptursache für die CO2-Emissionen im Amazonasgebiet überholt. Die Forschung stützt sich auf eine ausgeklügelte satellitengestützte Methodik, die viele der Einschränkungen früherer globaler Branddatensätze überwindet. Durch die Kombination von Daten des Überwachungssystems für tropische Feuchtwälder mit dem Global Wildfire Information System und das Herausfiltern falscher Signale durch landwirtschaftliche Brände oder Wolkenbedeckung konnten die Wissenschaftler die durch Feuer verursachte Waldschädigung mit einer bisher unerreichten Präzision erkennen und verifizieren. Die geografische Ausbreitung der Brände war ebenso alarmierend. In Brasilien wurden im Jahr 2024 die höchsten jemals verzeichneten Emissionen durch Waldschädigung verzeichnet. In Bolivien waren über 9 % der verbliebenen intakten Waldflächen des Landes von Bränden betroffen – ein dramatischer Schlag für eine Region, die historisch als wichtiges Reservoir für Artenvielfalt und CO2-Senke gedient hat. Um wissenschaftliche Genauigkeit und Transparenz zu gewährleisten, verwendeten die Forscher ein Monte-Carlo-Simulationsmodell, um die CO2-Emissionen und ihre Unsicherheiten abzuschätzen. über Variablen wie oberirdische Biomassedichte, Vollständigkeit der Verbrennung und den Anteil der vom Feuer betroffenen Waldfläche. Die resultierenden Konfidenzintervalle entsprechen den Best Practices des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) und bieten einen robusten Maßstab für die Verfolgung der Kohlenstofffolgen von Waldbränden in tropischen Regionen.

Panamazonische Karte mit neu festgestellter großflächiger Waldschädigung im Jahr 2024 die hauptsächlich durch Brände verursacht wird sowie länderspezifischen Trends bei Entwaldung Waldschädigung und Waldbränden von 2022 bis 2024 Quelle Bourgoin et al 2025

Credits
Bourgoin et al

Während frühere Berichte die Gefahren der Abholzung hervorgehoben haben, wirft diese Studie ein Schlaglicht auf eine heimtückischere Bedrohung: die durch Feuer verursachte Degradierung, die die Integrität der Wälder untergräbt, ohne sie notwendigerweise zu roden. Degradierte Wälder mögen von oben intakt aussehen, aber sie verlieren einen erheblichen Teil ihrer Biomasse und ökologischen Funktion. Anders als Kahlschlagflächen werden diese degradierten Wälder von nationalen Buchführungssystemen und internationalen politischen Rahmenbedingungen oft nicht berücksichtigt.

Die Studie fordert sofortiges und koordiniertes Handeln, um den Einsatz von Feuer zu reduzieren, die Waldschutzpolitik zu stärken und die Bewirtschaftungsbemühungen lokaler und indigener Völker zu unterstützen. Sie unterstreicht auch die Notwendigkeit verbesserter internationaler Klimafinanzierungsmechanismen, die nicht nur die Abholzung, sondern auch die Walddegradierung erkennen und bekämpfen.

DOI

10.5194/bg-22-5247-2025

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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