
Eine kürzlich in Engineering veröffentlichte Studie beleuchtet Chinas Strategien zur Erreichung einer CO2-Neutralität im Einklang mit dem 2-Grad-Ziel des Pariser Abkommens. Die von einem Team chinesischer Wissenschaftler durchgeführte Studie untersucht die Wege des Landes zur Erreichung des CO2-Peaks und zur CO2-Neutralität und bewertet ihre potenziellen Auswirkungen auf den künftigen Klimawandel.

Das Pariser Abkommen zielt darauf ab, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen und Anstrengungen zu unternehmen, sie auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Die Studie legt jedoch nahe, dass die Verfolgung des 1,5-Grad-Ziels für China weniger umsetzbar sein könnte, da die Kosten möglicherweise drei- bis viermal so hoch wären wie die des 2-Grad-Ziels. Stattdessen kann China bis 2060 CO2-Neutralität erreichen, ohne frühzeitig auf umfangreiche Technologien zur Emissionsminderung wie die direkte Abscheidung und Speicherung von CO2 aus der Luft (DACCS) zurückzugreifen.
Die Forscher schätzen, dass Chinas menschengemachte CO2-Emissionen zwischen 2028 und 2029 mit rund 12,8 Milliarden Tonnen ihren Höhepunkt erreichen und danach kontinuierlich sinken werden. Durch die Fokussierung auf den Ausbau erneuerbarer Energien und die Transformation seines Energiesystems kann China mithilfe von 2,1 Milliarden Tonnen Kohlenstoffsenken aus terrestrischen Ökosystemen bis 2060 CO2-Neutralität erreichen.
Natürliche Ökosystem-Kohlenstoffsenken werden einen positiven Beitrag zu Chinas Bemühungen um CO2-Neutralität leisten. Die Studie betont jedoch, dass die Emissionsreduzierung weiterhin der Schlüssel ist. Obwohl diese Senken einen Teil der Emissionen ausgleichen können, ist ihre Kapazität begrenzt, und mit der zukünftigen Klimaerwärmung könnte ihre Wirksamkeit abnehmen.
Die Studie diskutiert außerdem das Konzept der Klimaüberschreitung und die Rolle von Technologien zur Emissionsminderung. Obwohl diese Technologien langfristig wichtig sein können, ist eine frühzeitige großflächige Einführung für China unnötig und wirtschaftlich herausfordernd. Stattdessen sollte China die Nutzung erneuerbarer Energien beschleunigen und seine Industriestruktur anpassen.
Wenn China seinen CO2-Höhepunkt erreicht und sich in Richtung CO2-Neutralität bewegt, wird dies erhebliche Auswirkungen auf den globalen Klimawandel haben. Die Verlangsamung der globalen Treibhausgasemissionen kann dazu beitragen, den globalen Temperaturanstieg zu kontrollieren und die Wahrscheinlichkeit des Erreichens von Klimakipppunkten zu verringern. Es könnte auch die Häufigkeit und Intensität extremer Wetterereignisse verringern, wobei die komplexen Verzögerungseffekte des Klimasystems berücksichtigt werden müssen.
Die Forschung befasst sich außerdem mit Themen wie den durch die Klimaerwärmung verursachten Verlusten und Schäden sowie der Gerechtigkeit im chinesischen Prozess zur Kohlenstoffneutralität, insbesondere im Hinblick auf die Methanreduzierung. Aufgrund der großen Bevölkerung und der wirtschaftlichen Größe Chinas stellt die Methanreduzierung eine größere Herausforderung dar. Chinas Engagement für Kohlenstoffneutralität steht jedoch im Einklang mit seiner Entwicklungsphilosophie und bietet die Chance für einen neuen grünen Entwicklungspfad.
Die Forscher schlagen mehrere Bereiche für zukünftige Forschung vor, darunter realistischere Wege zur Kohlenstoffneutralität, genauere Erdsystemmodelle und präzise Beobachtungsforschung. Trotz Unsicherheiten in Chinas Energieverbrauchsstruktur, der Entwicklung erneuerbarer Energien und Technologien zur Emissionsminderung liefert diese Studie wertvolle Einblicke in Chinas Strategien zur Eindämmung des Klimawandels und deren globale Auswirkungen.
Die Studie „China kann Kohlenstoffneutralität im Einklang mit dem 2-°C-Ziel des Pariser Abkommens erreichen: Navigation durch globale Emissionsszenarien, Erwärmungsniveaus und Projektionen extremer Ereignisse“ wurde von Xiaoye Zhang, Junting Zhong, Xiliang Zhang, Da Zhang, Changhong Miao, Deying Wang und Lifeng Guo verfasst. Vollständiger Text der Open-Access-Studie: https://doi.org/10.1016/j.eng.2024.11.023 .

