
Helsinki/Berlin – Ab Montag, dem 23. Februar 2026, veröffentlicht das finnische Unternehmen Donut Lab unabhängige Testergebnisse des VTT Technical Research Centre of Finland zu seiner All-Solid-State-Batterie. Diese Technologie, die bereits in Serienfahrzeugen des finnischen Motorradherstellers Verge Motorcycles eingesetzt wird, verspricht nicht nur höhere Leistung, sondern vor allem einen entscheidenden Fortschritt im Umweltschutz und in der Nachhaltigkeit der Elektromobilität. Durch den Verzicht auf kritische Rohstoffe und den Einsatz abundanter, umweltfreundlicher Materialien könnte sie die Abhängigkeit von ressourcenintensiven Lieferketten brechen und Europa als Vorreiter in grüner Batterietechnologie etablieren.
Donut Lab aus Espoo präsentiert die Batterie als weltweit erste serienreife Festkörperlösung, die seit Anfang 2026 in den aktualisierten Modellen des Verge TS Pro verbaut wird. Mit modularen Packgrößen von 20,2 oder 33,3 Kilowattstunden erreicht das Motorrad Reichweiten von bis zu 370 Meilen und profitiert von ultraschnellem Laden mit bis zu 200 Kilowatt – in manchen Angaben eine Vollladung in unter zehn Minuten. Die Energiedichte liegt bei 400 Wattstunden pro Kilogramm, was etwa doppelt so hoch ist wie bei vielen herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien (typischerweise 200–300 Wh/kg). Dadurch wird mehr Reichweite bei gleichem Gewicht möglich, ohne Kompromisse beim Fahrzeugdesign.
Der entscheidende Nachhaltigkeitsvorteil liegt in der Materialwahl: Die Batterie besteht vollständig aus reichlich verfügbaren, geopolitisch unkritischen und umweltfreundlichen Rohstoffen. Sie verzichtet komplett auf Lithium, Kobalt, Nickel oder andere seltene Erden sowie toxische Elemente. Stattdessen setzt Donut Lab auf grüne, global abundante Materialien, die keine sensiblen Abbauregionen belasten und keine geopolitischen Risiken bergen. Dies reduziert den ökologischen Fußabdruck erheblich: Herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien erfordern intensiven Bergbau, der oft mit Wasserverbrauch, Bodenzerstörung und Menschenrechtsproblemen verbunden ist. Die Donut Battery vermeidet diese Belastungen und senkt zudem die Materialkosten unter das Niveau konventioneller Lithium-Ionen-Systeme.
Die Festkörper-Technologie eliminiert brennbare flüssige Elektrolyte, was nicht nur die Sicherheit steigert – kein Thermal Runaway, keine Brände durch Dendritenbildung –, sondern auch den Umweltschutz verbessert. Batterien halten extremen Temperaturen stand: Über 99 Prozent Kapazitätserhalt bei minus 30 bis über 100 Grad Celsius, ohne Entzündungs- oder Degradationsrisiken. Die Lebensdauer von bis zu 100.000 Ladezyklen minimiert den Bedarf an Neuproduktion und damit Ressourcenverbrauch. Weniger Batteriewechsel bedeuten weniger Abfall und eine bessere Kreislaufwirtschaft.
Nanotechnologie spielt eine zentrale Rolle bei diesen Eigenschaften. Donut Lab hat strategisch in Nordic Nano Group investiert, ein finnisches Unternehmen für umweltfreundliche Nanotechnologie-Lösungen in Energieanwendungen. Diese Expertise ermöglicht präzise nanoskalige Beschichtungen und Strukturen – etwa amorphe Titan-Dioxid-Nanostrukturen oder Carbon-Nanotubes –, die Ionentransport optimieren, Dendriten verhindern und die Batterie stabil halten. Solche Ansätze sind nicht nur leistungsstark, sondern auch ressourcenschonend, da sie auf toxische oder seltene Komponenten verzichten.
Im technologischen Kern spielt Nanotechnologie eine zentrale Rolle. Spekulationen in Fachkreisen und Foren verbinden die Donut-Batterie mit Entwicklungen der deutschen CT Coating AG aus Königswinter. Das Unternehmen ist auf innovative Beschichtungsverfahren spezialisiert, darunter nanopartikelbasierte Pasten und Nanomaterialien für Energieanwendungen. Diese Technologien ermöglichen präzise Schichtungen auf Nanometerskala, die in Batterien Dendritenbildung verhindern – nadelförmige Metallablagerungen, die zu Kurzschlüssen führen können – und die Ionenleitfähigkeit verbessern. CT Coating AG setzt auf nicht-toxische, kostengünstige Pigmente und Prozesse, die eine Skalierung in Gigawattstunden-Bereich erlauben sollen. Solche Nano-Beschichtungen könnten die Elektroden schützen, die Diffusion optimieren und die Kombination aus hoher Energiedichte, schneller Ladung und Langlebigkeit ermöglichen.
Die globale Vorstellung der unabhängigen VTT-Ergebnisse startet Montag um 14 Uhr MEZ. In der Videoserie „I Donut Believe“ auf den Kanälen von Donut Lab und einer dedizierten Website (idonutbelieve.com) werden schrittweise Kapazitäts-, Lade-, Zyklus-, Sicherheits- und Temperaturtests präsentiert. Dies adressiert die Skepsis nach der CES-Präsentation im Januar 2026, wo Experten die Kombination aus Leistung und Nachhaltigkeit als ambitioniert einstuften. Vollständige Berichte sorgen für Transparenz.
Im globalen Kontext unterstreicht diese Entwicklung die Dringlichkeit nachhaltiger Alternativen. China dominiert mit über 80 Prozent der Batterieproduktion, oft mit hohem Umwelt- und Ressourcenaufwand. Die USA und Europa hinken trotz Subventionen hinterher. Der Batteriemarkt überschritt 2025 die 150-Milliarden-Dollar-Marke. Europa zielt bis 2030 auf elf Prozent der weltweiten Investitionen, doch ohne eigene Innovationen bleibt die Abhängigkeit von importierten kritischen Materialien hoch. Donut Labs Ansatz schafft hier Unabhängigkeit: Lokale Wertschöpfung in Finnland (und potenziell Deutschland), keine sensiblen Lieferketten, geringerer CO?-Fußabdruck durch Recyclingfähigkeit und Langlebigkeit.
Für die Elektromobilität bedeutet das: Günstigere, leichtere Fahrzeuge mit längerer Reichweite und kürzeren Ladezeiten – Batterien machen bis zu 40 Prozent der Kosten aus; eine Verdopplung der Energiedichte und geringere Materialpreise könnten das ändern. In Motorrädern wie dem Verge TS Pro ermöglichen längere Touren ohne Pausen, in Autos mehr Flexibilität. Stationäre Speicher profitieren von Stabilität und Langlebigkeit für die Integration erneuerbarer Energien.
Historisch evolvierten Batterien von Lithium-Ionen seit den 1990er Jahren zu Massenproduktion durch China. Europa und die USA investieren Milliarden, um aufzuholen – Donut Lab zeigt, dass fokussierte, nachhaltige Innovationen von kleineren Playern Sprünge ermöglichen.
Trotz der Vorteile bleiben Fragen: Skalierung auf Gigawattstunden, Integration in verschiedene Plattformen und vollständige Validierung durch VTT. Kritiker bezweifeln teils die physikalische Machbarkeit oder sehen eher einen Hochleistungs-Kondensator. Die unabhängigen Daten ab Montag werden Klarheit schaffen.
Zusammenfassend positioniert sich Europa mit dieser Entwicklung als Vorreiter für nachhaltige Mobilität. Die Kombination aus finnischer Umsetzung, Nanotechnologie und Verzicht auf kritische Rohstoffe hängt USA und China in Umweltschutz und Ressourcenschonung ab – vorausgesetzt, die Tests bestätigen die Angaben. Ab Montag beginnt die entscheidende Phase der Überprüfung.


