Deutsche Umwelthilfe verklagt Apple wegen „CO2-neutraler“ Smartwatch

Durch | Mai 28, 2025
Symbolbild. Credits: Pugnalom by LabNews Media LLC

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zieht gegen Apple vor Gericht: Am 3. Juni 2025 verhandelt das Landgericht Frankfurt am Main eine Unterlassungsklage, mit der die DUH die Werbung für „CO2-neutrale“ Apple Watches stoppen will. Der Vorwurf: Apple täusche Verbraucher durch irreführende Klimaschutzversprechen, die als Greenwashing eingestuft werden.

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Apple bewirbt drei Modelle seiner Smartwatch – die Apple Watch Series 9, Ultra 2 und SE – als „CO2-neutral“. Laut dem Konzern werden die bei der Produktion entstehenden CO2-Emissionen durch naturbasierte Kompensationsprojekte, insbesondere Eukalyptusmonokulturen in Paraguay, ausgeglichen. Die DUH hält dies für unzureichend, da die Plantagenbäume alle zehn bis zwölf Jahre gefällt werden und den Kohlenstoff nicht langfristig speichern können. Dies stehe im Widerspruch zur jahrhundertelangen Klimawirkung des emittierten CO2. Die Werbung suggeriere fälschlicherweise, dass die Uhren keine negativen Klimaauswirkungen hätten, was Verbraucher in die Irre führe.

Die DUH kritisiert zudem Apples „Carbon Neutral“-Logo, das mit grünen Blättern Vertrauen erwecken soll, aber keine transparenten Prüfstandards offenlegt. Der millionenschwere „Restore Fund“ des Konzerns, der die Kompensationsprojekte finanziert, sei intransparent und diene teilweise der Holzwirtschaft, wodurch Apple zusätzliche Einnahmen generiere, statt Emissionen effektiv zu reduzieren.

Apple betont hingegen, dass es die Emissionen der Apple Watch um 75 % gesenkt habe, durch Maßnahmen wie 100 % saubere Energie in der Produktion, 30 % recyceltes Material und reduzierte Lufttransporte. Die verbleibenden Emissionen würden durch hochwertige naturbasierte Projekte kompensiert. Experten wie das New Climate Institute bezweifeln jedoch, dass diese Projekte eine echte Klimaneutralität gewährleisten, da sie den Kohlenstoff nicht dauerhaft binden und Doppelzählungen nicht ausgeschlossen sind.

Die Klage ist Teil einer breiteren Offensive der DUH gegen Greenwashing. Erfolge wie ein Urteil gegen Shell im August 2024 zeigen, dass Gerichte irreführende Klimaversprechen zunehmend ahnden. Vor der Verhandlung stehen Vertreter der DUH, ein Rechtsanwalt und eine Klimaneutralitätsexpertin für Interviews zur Verfügung, um die Bedeutung des Verfahrens zu erläutern.

Die Verhandlung beginnt am 3. Juni 2025 um 10:30 Uhr im Landgericht Frankfurt. Das Urteil könnte wegweisend sein, um Transparenz in der Klimawerbung von Technologieunternehmen zu erzwingen und Verbraucher vor Täuschung zu schützen.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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