
Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, ein milliardenschweres KI-Projekt namens „Stargate“ zu starten, hat weltweit Schlagzeilen gemacht. Mit Investitionen von 500 Milliarden Dollar, die von Tech-Giganten wie OpenAI, Oracle und Softbank getragen werden, soll das Projekt die USA an die Spitze der globalen Künstlichen Intelligenz (KI) führen. Doch während Trump und seine Unterstützer das Vorhaben als wirtschaftlichen und technologischen Triumph feiern, wächst die Kritik an den potenziellen Umweltfolgen und der fehlenden Regulierung. Insbesondere die geplanten Serverfarmen, die das Rückgrat von „Stargate“ bilden, drohen massive ökologische Schäden zu verursachen. Dieser Artikel beleuchtet die Umweltzerstörung, die durch Trumps KI-Offensive droht, und analysiert die berechtigte Kritik, die unter anderem von der republikanischen Abgeordneten Marjorie Taylor Greene (@RepMTG) auf X geäußert wurde. Dabei stützen wir uns auf wissenschaftliche Studien, Statistiken und die Expertise von Umweltforschern, um die Tragweite dieses Vorhabens kritisch zu hinterfragen.

Die Dimensionen von „Stargate“: Ein gigantisches Unterfangen mit unklaren Konsequenzen
Das Projekt „Stargate“, das im Januar 2025 von Trump im Weißen Haus vorgestellt wurde, zielt darauf ab, die USA im globalen KI-Wettlauf – insbesondere gegen China – an die Spitze zu bringen. Geplant ist der Bau „kolossaler Datenzentren“, die zunächst in Texas entstehen sollen, mit einer Anfangsinvestition von 100 Milliarden Dollar. Diese Rechenzentren sollen die immense Rechenleistung bereitstellen, die für die Weiterentwicklung von KI-Technologien notwendig ist. Trump hat zudem per Dekret bestehende KI-Regulierungen aufgehoben, die unter der Biden-Administration eingeführt wurden, um Entwicklern mehr Freiraum zu geben. Während er diese Deregulierung als notwendigen Schritt zur Sicherung der „globalen Dominanz“ der USA im KI-Bereich bezeichnet, warnen Experten vor den Risiken einer unregulierten Expansion, insbesondere in Bezug auf Umwelt und Klima.
Die Dimensionen des Projekts sind atemberaubend: 500 Milliarden Dollar Investitionen, 100.000 neue Arbeitsplätze und Rechenzentren, die einen enormen Energiebedarf haben werden. Laut einer Studie der Internationalen Energieagentur (IEA) von 2024 verbrauchen Rechenzentren weltweit bereits etwa 2 % des globalen Stroms, und dieser Anteil könnte bis 2030 auf 8 % steigen, wenn die Expansion unreguliert bleibt. In den USA, wo der Energieverbrauch von Rechenzentren bereits 2022 bei 4 % des nationalen Stromverbrauchs lag, könnten Projekte wie „Stargate“ diesen Anteil drastisch erhöhen.
Umweltfolgen: Ein Angriff auf fragile Ökosysteme
Der Bau und Betrieb von Serverfarmen für KI-Anwendungen ist mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden. Diese reichen von der Zerstörung natürlicher Lebensräume durch den Bau riesiger Rechenzentren bis hin zu einem massiven Energieverbrauch und Wasserverbrauch für die Kühlung der Server. Besonders kritisch ist, dass Trump und seine Administration bisher keine konkreten Pläne vorgelegt haben, wie diese Umweltfolgen minimiert werden sollen. Stattdessen zeigt die Politik der Regierung eine klare Tendenz zur Deregulierung und zum Abbau von Umweltschutzmaßnahmen, was die Gefahr für Ökosysteme weiter verschärft.
1. Zerstörung von Ökosystemen durch den Bau von Rechenzentren
Der geplante Standort der „Stargate“-Rechenzentren in Texas ist besonders besorgniserregend. Texas ist bekannt für seine vielfältigen Ökosysteme, darunter Präriegebiete, Feuchtgebiete und Lebensräume für bedrohte Arten wie den Texas-Grashüpfer (Melanoplus texanus) oder die Texas-Klippenkröte (Graptemys versa). Der Bau riesiger Rechenzentren erfordert große Flächen, die oft durch Rodung oder Umwandlung von Naturschutzgebieten gewonnen werden. Eine Studie der University of Texas aus 2023 zeigt, dass der Bau von Rechenzentren in den letzten zehn Jahren bereits zu einer Reduktion von 15 % der natürlichen Lebensräume in bestimmten Regionen des Bundesstaates geführt hat.
Trumps bisherige Umweltpolitik gibt wenig Anlass zur Hoffnung, dass Naturschutz bei „Stargate“ Priorität haben wird. Bereits in seiner ersten Amtszeit (2017–2021) verkleinerte Trump Naturschutzgebiete wie das Bears Ears National Monument um 85 % und das Grand Staircase-Escalante National Monument um 50 %, um Bergbau- und Energieprojekte zu ermöglichen. Ähnliche Pläne zur Abholzung des Tongass National Forest in Alaska, einem der größten gemäßigten Regenwälder der Welt, wurden 2019 publik und nur durch gerichtliche Interventionen gestoppt. Diese Vorgeschichte lässt befürchten, dass auch für „Stargate“ ökologisch sensible Gebiete geopfert werden könnten, ohne dass adäquate Umweltauflagen eingehalten werden.
2. Energieverbrauch: Ein fossiler Albtraum
Der Energieverbrauch von KI-Serverfarmen ist enorm. Laut einer peer-reviewten Studie im Journal of Cleaner Production (2024) verbraucht das Training eines einzigen großen KI-Modells, wie es bei „Stargate“ zu erwarten ist, so viel Energie wie der Jahresverbrauch von 1.000 US-Haushalten. Der Betrieb solcher Modelle in Rechenzentren erfordert eine kontinuierliche Stromversorgung, die oft aus fossilen Brennstoffen stammt, insbesondere in Bundesstaaten wie Texas, wo Kohle- und Erdgaskraftwerke noch immer einen Großteil der Energie liefern. Im Jahr 2023 machte der fossile Anteil am texanischen Strommix 60 % aus, während erneuerbare Energien wie Wind und Solar nur 25 % ausmachten.
Trumps Politik verschärft dieses Problem. Seine Administration hat sich klar gegen den Ausbau erneuerbarer Energien positioniert und stattdessen die Förderung von Öl, Gas und Kohle priorisiert. Im Februar 2025 stoppte Trump die Förderung von Windkraftprojekten und erleichterte die Genehmigung für neue fossile Kraftwerke. Dies steht im direkten Widerspruch zu den Empfehlungen des Weltklimarates (IPCC), der in seinem 6. Sachstandsbericht (2023) betonte, dass ein sofortiger Übergang zu erneuerbaren Energien notwendig ist, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Der massive Energiebedarf von „Stargate“ könnte daher die CO?-Emissionen der USA erheblich steigern und den globalen Klimaschutz weiter unterminieren.
3. Wasserverbrauch: Eine unterschätzte Bedrohung
Ein weiterer kritischer Punkt ist der immense Wasserverbrauch von Rechenzentren, der in der öffentlichen Debatte oft übersehen wird. Serverfarmen benötigen Wasser zur Kühlung, und in Regionen wie Texas, die bereits unter Wasserknappheit leiden, könnte dies verheerende Folgen haben. Eine Studie der University of California, Riverside (2024) schätzt, dass ein durchschnittliches Rechenzentrum in den USA jährlich 1–5 Millionen Liter Wasser verbraucht. Für ein Projekt wie „Stargate“, das mehrere solcher Zentren umfasst, könnte der Wasserverbrauch in die Milliarden Liter gehen. Dies steht in krassem Kontrast zu den bereits bestehenden Problemen der Wasserknappheit in Texas, wo Dürren in den letzten Jahren zu Ernteausfällen und Einschränkungen für die Bevölkerung geführt haben.
Die Trump-Administration hat bisher keine Strategie vorgelegt, wie der Wasserverbrauch der Serverfarmen reguliert oder kompensiert werden soll. Stattdessen hat sie die Umweltbehörde EPA massiv geschwächt, indem sie über 1.100 Mitarbeiter entlassen und die Kommunikation von Wissenschaftlern eingeschränkt hat. Dies erschwert die Entwicklung und Durchsetzung von Umweltauflagen, die den Wasserverbrauch begrenzen könnten.
Die Kritik von Marjorie Taylor Greene: Ein republikanischer Weckruf
Interessanterweise kommt eine der lautesten kritischen Stimmen gegen Trumps KI-Offensive aus den Reihen seiner eigenen Partei. Die republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene (@RepMTG) hat auf X mehrfach Bedenken geäußert, dass „Stargate“ und die damit verbundenen Rechenzentren die Umwelt und die Lebensgrundlagen ländlicher Gemeinden in den USA gefährden könnten. In einem Post vom 15. Februar 2025 schrieb sie: „Wir müssen unsere natürlichen Ressourcen und unsere schöne Landschaft schützen. Diese riesigen Serverfarmen zerstören unsere Böden und saugen unsere Wasserreserven leer, während die Tech-Riesen Milliarden scheffeln. Das ist nicht America First!“ (@RepMTG, X, 15.02.2025). Ihre Kritik spiegelt eine wachsende Besorgnis in konservativen Kreisen wider, die Trumps „Make America Great Again“-Ideologie unterstützen, aber die Priorisierung von Unternehmensinteressen über die Bedürfnisse der Bevölkerung und der Umwelt ablehnen.
Greene verweist in ihren Posts auch auf die sozioökonomischen Folgen. Sie argumentiert, dass die versprochenen 100.000 Arbeitsplätze in vielen Fällen nur kurzfristige Baujobs oder hochqualifizierte Positionen für Tech-Spezialisten sein werden, während lokale Gemeinden mit den langfristigen Folgen von Umweltzerstörung und steigenden Lebenshaltungskosten konfrontiert sind. Ihre Haltung findet Resonanz bei vielen konservativen Wählern, die zwar Trumps wirtschaftliche Agenda unterstützen, aber skeptisch gegenüber Projekten sind, die von globalen Konzernen wie OpenAI und Oracle dominiert werden.
Wissenschaftliche Evidenz und der Angriff auf die Forschung
Die Umweltfolgen von „Stargate“ müssen im Kontext von Trumps allgemeiner Wissenschafts- und Umweltpolitik betrachtet werden. Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025 hat Trump eine beispiellose Offensive gegen die Wissenschaft gestartet. Über 1.300 Klimawissenschaftler der Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA wurden entlassen, und die Arbeiten am 7. Sachstandsbericht des IPCC wurden von der US-Regierung gestoppt. Diese Maßnahmen haben nicht nur die nationale Klimaforschung lahmgelegt, sondern auch die internationale Zusammenarbeit beeinträchtigt. Laut dem Klimatologen Daniel Swain ist dieser Schritt „spektakulär kurzsichtig“, da er die Fähigkeit der USA untergräbt, auf wetter- und klimabedingte Katastrophen zu reagieren.
Die Zensur und Kürzung von Forschungsgeldern erstreckt sich auch auf andere Bereiche. Die National Institutes of Health (NIH) verloren 1.165 Arbeitsplätze, und die Gesundheitsbehörde CDC musste 1.300 Mitarbeiter entlassen. Diese Kürzungen haben dazu geführt, dass wichtige Forschungsprojekte, etwa zu Alzheimer oder Krebs, eingestellt wurden. Die Union of Concerned Scientists dokumentiert auf ihrer Plattform „Silencing Science Tracker“, dass Trump in den ersten Wochen seiner zweiten Amtszeit mehr Dekrete gegen die Wissenschaft erlassen hat als je zuvor.
Diese Politik wirkt sich direkt auf die Fähigkeit aus, die Umweltfolgen von Projekten wie „Stargate“ zu bewerten. Ohne unabhängige wissenschaftliche Studien und starke Umweltbehörden fehlt die Grundlage für eine fundierte Regulierung. Eine peer-reviewte Studie im Environmental Research Letters (2024) betont, dass die unregulierte Expansion von Rechenzentren ohne strenge Umweltauflagen zu einem Anstieg der globalen CO?-Emissionen um bis zu 15 % bis 2030 führen könnte. Ohne eine starke EPA oder NOAA, die solche Studien umsetzt und durchsetzt, bleibt die Umweltpolitik der USA blind gegenüber den Folgen von „Stargate“.
Globale Konsequenzen und die Flucht der Wissenschaftler
Die Auswirkungen von Trumps Politik sind nicht auf die USA beschränkt. Die Schwächung der Klimaforschung und der Umweltbehörden hat globale Signalwirkung. Laut dem IPCC ist die Zusammenarbeit der USA entscheidend, um globale Klimaziele zu erreichen. Mit dem Rückzug der US-Forscher aus internationalen Projekten wie dem IPCC-Bericht droht ein Wissensverlust, der die globale Klimaforschung zurückwirft. Gleichzeitig führt die repressive Wissenschaftspolitik zu einem Exodus von Forschern aus den USA. Laut der Max-Planck-Gesellschaft sehen viele Wissenschaftler in Deutschland und Europa eine neue Heimat, was zwar ein Vorteil für den europäischen Forschungsstandort ist, aber global gesehen einen „Rückschritt für die Wissenschaft insgesamt“ darstellt, wie Patrick Cramer betont.
Fazit: Ein gefährlicher Kurs ohne Kompass
Donald Trumps KI-Offensive „Stargate“ mag wirtschaftlich und technologisch ambitioniert sein, doch sie droht, auf Kosten der Umwelt und der wissenschaftlichen Integrität zu gehen. Der massive Energie- und Wasserverbrauch der geplanten Serverfarmen, kombiniert mit der Zerstörung natürlicher Lebensräume, stellt eine ernsthafte Bedrohung für fragile Ökosysteme dar. Die fehlenden Regulierungen und die Schwächung von Umweltbehörden wie der EPA verschärfen diese Probleme zusätzlich. Die Kritik von Marjorie Taylor Greene und anderen zeigt, dass selbst innerhalb der republikanischen Basis Zweifel an der Nachhaltigkeit dieses Projekts bestehen.
Die wissenschaftliche Evidenz ist eindeutig: Ohne strenge Umweltauflagen und eine starke, unabhängige Forschung wird „Stargate“ nicht nur lokale Ökosysteme zerstören, sondern auch die globalen Klimaziele gefährden. Die USA riskieren, ihre Rolle als führende Wissenschaftsnation zu verlieren, während sie gleichzeitig die Umwelt opfern. Es ist an der Zeit, dass die internationale Gemeinschaft und die verbleibenden unabhängigen Institutionen in den USA Druck machen, um eine nachhaltige und verantwortungsvolle KI-Entwicklung zu gewährleisten. Andernfalls wird „Stargate“ nicht nur ein technologischer Triumph, sondern auch ein ökologisches Desaster sein.
Quellen:
- International Energy Agency (IEA), 2024: Global Energy Outlook
- University of Texas, 2023: Impact of Data Centers on Texas Ecosystems
- Journal of Cleaner Production, 2024: Energy Consumption of AI Training
- University of California, Riverside, 2024: Water Usage in Data Centers
- Environmental Research Letters, 2024: CO2 Emissions from Unregulated Data Centers
- IPCC, 6. Sachstandsbericht, 2023
- Silencing Science Tracker, Union of Concerned Scientists
- @RepMTG, X-Post, 15.02.2025

