
Die Restaurierung von Küstenfeuchtgebieten wie Salzsümpfen, Mangrovenwäldern und Wattflächen ist angesichts ihres dramatischen Rückgangs und ihrer Bedeutung für globale Ökosysteme dringender denn je. Ein aktueller Übersichtsartikel in der Fachzeitschrift Global Change Biology analysiert die Herausforderungen und Lösungsansätze für eine erfolgreichere Restaurierung dieser dynamischen Übergangszonen zwischen Land und Meer. Die Autoren betonen, dass herkömmliche Methoden wie die Beseitigung anthropogener Bedrohungen, der Wiederaufbau von Habitaten und das Pflanzen von Schlüsselarten oft nur begrenzten Erfolg haben und hohe Kosten verursachen. Der Grund liegt in der Vernachlässigung der komplexen abiotischen und biotischen Dynamiken dieser Ökosysteme.
Zu den zentralen Herausforderungen zählen schwankende Umweltstressoren wie Salzgehalt und Gezeiten, variable Wechselwirkungen zwischen Arten, sich verändernde Verbindungen zu angrenzenden Land-, Meer- und Süßwasserökosystemen sowie die Auswirkungen des beschleunigten Klimawandels, einschließlich Meeresspiegelanstieg, Dürren und Stürme. Diese Dynamiken erschweren die Wiederherstellung und erfordern neue Ansätze, die diese Faktoren explizit berücksichtigen. Die Autoren schlagen innovative Maßnahmen vor, etwa die Nutzung von Gezeitenhydrologie-Monitoring, die Förderung positiver Arteninteraktionen und die Schaffung von „Gelegenheitsfenstern“ für die natürliche Etablierung von Pflanzen.

Erfolgreiche Restaurierung erfordert laut dem Artikel eine ganzheitliche Strategie, die von der Planung über die Umsetzung bis zur Nachsorge die dynamische Natur der Küstenfeuchtgebiete einbezieht. Dazu gehören verbesserte Techniken für den Lebensraumaufbau, die Unterstützung natürlicher Sukzessionsprozesse und ein verstärktes Management nach der Restaurierung. Um den globalen Rückgang der Feuchtgebiete zu stoppen, sei zudem eine bessere wissenschaftliche Grundlage nötig, um die abiotischen und biotischen Prozesse zu verstehen. Die Autoren fordern interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ökologen, politischen Entscheidungsträgern, Investoren und den Gemeinschaften, die von diesen Ökosystemen abhängen, um innovative Ansätze zu entwickeln und Restaurierungsmaßnahmen mit sozioökonomischer Entwicklung zu verbinden.
Quelle: Qiang He et al., „Making Restoration Effective for Dynamic Coastal Wetlands“, Global Change Biology, 5. September 2025, https://doi.org/10.1111/gcb.70455

