Ernährungssysteme überschreiten planetare Grenzen

Durch | Oktober 6, 2025

Die weltweite Nahrungsmittelproduktion überschreitet maßgeblich fünf von sieben planetaren Grenzen und ist für etwa 30 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Gleichzeitig haben Milliarden Menschen keinen Zugang zu gesunder Ernährung. Dies sind zentrale Erkenntnisse eines neuen Berichts der EAT-Lancet-Kommission, an dem das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) beteiligt war. Der Bericht gilt als die umfassendste wissenschaftliche Analyse globaler Ernährungssysteme und zeigt Wege auf, wie eine Transformation hin zu nachhaltigen und gerechten Ernährungssystemen Gesundheit, Umwelt und soziale Gerechtigkeit fördern kann.

Eine Umstellung auf die sogenannte Planetary Health Diet könnte jährlich bis zu 15 Millionen vorzeitige Todesfälle verhindern und die ernährungsbedingten Emissionen um mehr als die Hälfte reduzieren. Der Bericht verdeutlicht, dass derzeit weniger als ein Prozent der Weltbevölkerung in Ländern lebt, in denen Ernährungsbedürfnisse erfüllt werden, ohne planetare Grenzen zu überschreiten. Besonders das reichste Drittel der Weltbevölkerung verursacht über 70 Prozent der ernährungsbedingten Umweltbelastungen, während viele Menschen weltweit unzureichend ernährt sind und Beschäftigte in der Lebensmittelproduktion oft unterhalb eines existenzsichernden Lohns arbeiten.

Die Studie betont, dass Ernährungssysteme jährlich versteckte Kosten von etwa 15 Billionen US-Dollar verursachen. Eine Transformation könnte jedoch jährliche Erträge von bis zu 5 Billionen US-Dollar generieren, bei erforderlichen Investitionen von 200 bis 500 Milliarden US-Dollar. Selbst bei einem vollständigen Ausstieg aus fossilen Energien könnten Ernährungssysteme allein die Erderwärmung über das 1,5-Grad-Ziel hinaustreiben, so die Analyse.

Basierend auf Modellierungen von dreizehn unabhängigen Forschungsgruppen zeigt der Bericht, dass die heutigen Ernährungsweisen oft zu wenig Obst, Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte enthalten, während Fleisch, Milchprodukte, Fette, Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel übermäßig konsumiert werden. Um die notwendige Transformation zu ermöglichen, fordert die Kommission gezielte politische Maßnahmen wie Subventionen für gesunde Lebensmittel, Abgaben auf ungesunde Produkte und stärkere soziale Sicherungssysteme, um einen gerechten Wandel zu gewährleisten.

Der Bericht, der auf der Arbeit von Expertinnen und Experten aus über 35 Ländern basiert, baut auf den Erkenntnissen der EAT-Lancet-Kommission von 2019 auf. Eine begleitende Studie des PIK, die zeitgleich in der Zeitschrift Nature Sustainability veröffentlicht wurde, untersucht detailliert die Auswirkungen einer Umstellung auf die Planetary Health Diet auf die Biosphäre.

Der Bericht bietet eine klare Orientierung für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, um Ernährungssysteme so umzugestalten, dass sie innerhalb der planetaren Grenzen operieren, die Gesundheit fördern und globale Ungleichheiten verringern. Eine solche Transformation sei nicht nur möglich, sondern essenziell für eine nachhaltige und gerechte Zukunft.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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