
Australische Forscher haben ein sensibles Gleichgewicht identifiziert, das die Bildung von Antarktischem Bodenwasser am Kap Darnley in der Ostantarktis beeinflusst. Veränderungen durch verstärktes Schmelzen von Schelfeis oder reduzierte Meereisproduktion könnten die globale Ozeanzirkulation und damit das Weltklima erheblich stören.

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Die Universität von Queensland
Antarktisches Bodenwasser ist eines der kältesten und dichtesten Wasservorkommen der Erde. Es entsteht in Polynjas durch Gefrieren der Meeresoberfläche und sinkt zum Boden ab, wo es als Teil der globalen Förderbandströmung Klimamuster weltweit beeinflusst.
Die Studie zeigt, dass zwei benachbarte Prozesse gegensätzlich wirken: Schmelzwasser vom Amery-Schelfeis mildert das Wasser und unterdrückt die Bildung dichten Wassers. Dagegen erhöht Meereisproduktion in der Mackenzie-Polynja den Salzgehalt und fördert sie.
Eine Verdopplung des Schmelzwassers reduziert den Export dichten Wassers um etwa sieben Prozent, ein Stillstand der Polynja-Aktivität um 36 Prozent. Dies könnte langfristig Niederschläge in Afrika oder Temperaturen in Europa verändern.
Die Forscher nutzten eine hochaufgelöste regionale Ozeansimulation mit Daten zu Salzgehalt, Temperatur, Strömungen, Meereis und Wind.
Originalpublikation: Gwyther, D. E. et al. What Controls the Formation of Antarctic Bottom Water at Cape Darnley, East Antarctica? Geophysical Research Letters (2025). https://doi.org/10.1029/2025GL118187.

