Fusionsenergie: Deutsches Startup Proxima Fusion  erhält 130 Millionen Euro

Durch | August 26, 2025

Das deutsche Startup Proxima Fusion hat in einer Serie-A-Finanzierungsrunde 130 Millionen Euro eingeworben, die bisher größte private Investition in ein europäisches Fusionsenergieunternehmen. Ziel des Münchner Unternehmens ist es, in den 2030er-Jahren das weltweit erste kommerzielle Fusionskraftwerk basierend auf einem Stellarator-Design zu realisieren. Die Finanzierung unterstreicht Europas Ambition, im globalen Wettlauf um die Kernfusion, die eine saubere, nahezu unbegrenzte Energiequelle verspricht, aufzuholen.

Die Runde wurde von Cherry Ventures und Balderton Capital angeführt, mit Unterstützung von Investoren wie UVC Partners, DeepTech & Climate Fonds, Plural, Lightspeed und anderen. Insgesamt hat Proxima Fusion nun über 185 Millionen Euro an Kapital akquiriert. Das Unternehmen, 2023 als Spin-off des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) gegründet, nutzt Europas jahrzehntelange Expertise in der Fusionsforschung, insbesondere durch das Wendelstein 7-X-Experiment, um die Technologie in die kommerzielle Anwendung zu überführen.

Vorbild Sonne Proxima Fusion erhält 130 Millionen Euro Symbolbild Credits NASA

Proxima Fusion setzt auf einen simulationsbasierten Ansatz, der Hochtemperatur-Supraleiter und fortschrittliche Computermodelle kombiniert. Ein Meilenstein ist das Stellaris-Konzept, ein von Experten begutachtetes Design, das physikalische, technische und wartungstechnische Aspekte integriert und als Durchbruch für Stellarator-basierte Fusionskraftwerke gilt. Bis 2027 plant das Unternehmen die Fertigstellung einer Modellspule, die die Grundlage für die Hochtemperatur-Supraleitertechnologie bildet. Parallel dazu laufen Verhandlungen mit europäischen Regierungen, um einen Standort für den Demonstrationsreaktor „Alpha“ festzulegen, der 2031 starten und mehr Energie erzeugen soll, als er verbraucht – ein entscheidender Schritt Richtung Kommerzialisierung.

Die Kernfusion könnte Europas Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen beenden und die Energiesouveränität stärken. Während die EU in der Grundlagenforschung führend ist, droht sie bei der Kommerzialisierung hinter den USA und China zurückzufallen, wo private und staatliche Investitionen in Milliardenhöhe fließen. Die Finanzierung von Proxima Fusion signalisiert jedoch einen Wandel: Europa setzt verstärkt auf die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und Politik, um eine neue Hightech-Energieindustrie aufzubauen.

Mit einem Team von über 80 Experten an Standorten in München, der Schweiz und Großbritannien, darunter Fachkräfte von Institutionen wie MIT, Harvard und Unternehmen wie SpaceX, positioniert sich Proxima Fusion als Vorreiter. Die Investition soll den Teamaufbau und die technische Entwicklung beschleunigen, um Europa in ein neues Zeitalter sauberer Energie zu führen.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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