FutureFoodS Call 2025: Deutschland fördert internationale Projekte zu nachhaltiger Lebensmittelverarbeitung

Durch | Dezember 12, 2025

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) haben die zweite transnationale Ausschreibung der europäischen Partnerschaft „FutureFoodS“ gestartet. Im Fokus steht ausschließlich das Thema „Perspektiven für eine vielfältige, nachhaltige und kreislauforientierte Lebensmittelverarbeitung“. Deutsche Antragsteller können bis zu 350.000 Euro Förderung pro Verbund erhalten. Die Maßnahme ist Teil der Nationalen Bioökonomiestrategie und unterstützt die Umsetzung von Green Deal, Farm-to-Fork-Strategie und Food 2030.

Die Ausschreibung richtet sich an alle Akteure nach der Ernte („post harvest“) und soll Innovationen fördern, die Lebensmittel gleichzeitig klimafreundlicher, nährstoffreicher, abfallärmer, kreislauffähiger und genussvoller machen. Gefördert werden transnationale Verbundprojekte mit mindestens drei Partnern aus mindestens drei der 20 teilnehmenden Länder/Regionen. Projektdauer: 24 bis maximal 36 Monate.

Symbolbild Credits Unsplash

Konkrete, aber nicht abschließende Forschungsschwerpunkte sind:

  • Upcycling großer Nebenströme zu schmackhaften, sicheren und bezahlbaren Produkten
  • Neue Verarbeitungstechnologien, die Frische und Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse maximal erhalten
  • Innovative Konservierungskonzepte (z. B. natürliche Stoffe, intelligente Verpackungen)
  • Biotechnologische Verfahren und moderne Fermentation für die Lebensmittelproduktion
  • Minimal- und schonende Verarbeitung bei gleichzeitiger Nährstofferhaltung
  • Vermeidung oder Detektion schädlicher Substanzen in Kreislaufsystemen
  • Anpassung von Lieferketten an neue Energiequellen und höhere Resilienz (z. B. gegen Stromausfälle)
  • Energie- und abfallarme Prozesse mit ganzheitlicher Ökobilanz

Alle Projekte müssen die vier Leitprinzipien von FutureFoodS berücksichtigen: transformative Wirkung, Inter- und Transdisziplinarität, Multi-Stakeholder-Beteiligung sowie Nachhaltigkeit in allen drei Dimensionen (ökologisch, ökonomisch, sozial). Die Anträge müssen zudem eine klare europäische Relevanz nachweisen (Problemstellung relevant für ? 3 teilnehmende Länder).

Antragsberechtigt sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Behörden mit Forschungsauftrag sowie Unternehmen (insbesondere KMU). Partner aus Nicht-Partnerländern können mit eigenfinanziertem Beitrag (Letter of Commitment) teilnehmen.

Der Einreichungsprozess ist zweistufig:

  1. Pre-Proposal (verbindlich) – Frist: 10. April 2026, 14:00 Uhr CEST
  2. Full-Proposal (nur nach Einladung) – Frist voraussichtlich Herbst 2026

Alle Unterlagen und das Online-Einreichungssystem sind auf der zentralen Call-Seite verfügbar: https://futurefoods.ptj.de

Die Förderung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss (Projektförderung). Für nichtwirtschaftliche Vorhaben an Hochschulen und Universitätskliniken gibt es zusätzlich 20 Prozent Projektpauschale. Unternehmen müssen eine angemessene Eigenbeteiligung leisten. Beihilferechtlich orientiert sich die Förderung an der AGVO (Artikel 25 und 28).

Mit dieser Ausschreibung setzen BMBF und BMEL einen klaren Schwerpunkt auf die Transformation der Lebensmittelverarbeitung hin zu echter Kreislaufwirtschaft und klimaneutraler Produktion – ein zentraler Baustein, um die Ernährungssysteme Europas bis 2050 nachhaltig, fair und resilient zu machen.

Quelle: Bekanntmachung „FutureFoodS Call 2025“, Bundesanzeiger vom 11.12.2025

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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