Die Welt steht vor einer der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts: dem Klimawandel. Umwelttechnologien wie erneuerbare Energien, Elektromobilität, Energiespeicherung und grüne Wasserstofftechnologien sind entscheidend, um die globale Erwärmung einzudämmen und eine nachhaltige Zukunft zu sichern. Der Wettlauf um die Vorherrschaft in diesen Technologien ist längst im Gange, mit China und den USA als zentralen Akteuren. Während China in den letzten Jahren massive Fortschritte gemacht hat, deuten zahlreiche Indikatoren darauf hin, dass die USA unter der Führung von Präsident Donald Trump diesen Wettlauf verloren haben. Dieser Bericht analysiert die Dynamiken des globalen Wettbewerbs, die strategischen Entscheidungen beider Länder und die konkreten Belege für den Rückstand der USA.
Der globale Kontext: Warum Umwelttechnologien entscheidend sind
Umwelttechnologien sind nicht nur ein Mittel zur Bekämpfung des Klimawandels, sondern auch ein Motor für wirtschaftliches Wachstum und geopolitische Macht. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert, dass der globale Markt für erneuerbare Energien bis 2030 auf über 2,5 Billionen US-Dollar anwachsen wird. Länder, die in diesen Sektoren dominieren, sichern sich nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern auch Einfluss auf globale Standards und Lieferketten. China hat diese Bedeutung früh erkannt und seine Politik darauf ausgerichtet, während die USA unter Trump eine andere Richtung eingeschlagen haben.
Die zentralen Bereiche des Wettlaufs umfassen:
- Erneuerbare Energien: Solarenergie, Windkraft und Wasserkraft sind die Säulen der globalen Energiewende.
- Elektromobilität: Batterietechnologien und Elektrofahrzeuge sind entscheidend für die Dekarbonisierung des Verkehrs.
- Energiespeicherung: Fortschrittliche Batterien und Speicherlösungen ermöglichen die Integration erneuerbarer Energien in Stromnetze.
- Grüner Wasserstoff: Wasserstoff als sauberer Energieträger gewinnt an Bedeutung für Industrie und Transport.
- Kritische Rohstoffe: Seltene Erden und andere Materialien sind essenziell für die Produktion von Umwelttechnologien.
Chinas Aufstieg zur Supermacht in Umwelttechnologien
China hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine beispiellose Offensive in der Entwicklung und Skalierung von Umwelttechnologien gestartet. Diese Strategie basiert auf langfristiger Planung, massiven staatlichen Investitionen und einer klaren Priorisierung der grünen Industrie.
Erneuerbare Energien
China ist der weltweit größte Produzent und Installateur von Solar- und Windenergieanlagen. Laut dem Bericht der IEA von 2024 installierte China im Jahr 2023 über 50 % der weltweiten Kapazität an Solaranlagen (circa 220 Gigawatt) und 60 % der Windkraftkapazität. Unternehmen wie JinkoSolar und Longi dominieren den globalen Solarmarkt, während Goldwind und Envision zu den führenden Windkraftanbietern zählen. Der Preisvorteil chinesischer Solarmodule – bis zu 30 % günstiger als westliche Alternativen – hat den Wettbewerb verschärft.
Elektromobilität
Im Bereich der Elektromobilität hat China die USA weit hinter sich gelassen. 2024 machte China über 60 % des globalen Absatzes von Elektrofahrzeugen (EVs) aus, während die USA nur etwa 10 % erreichten. Unternehmen wie BYD und CATL kontrollieren den Markt für Lithium-Ionen-Batterien, die Herzstücke von EVs. CATL allein hält einen globalen Marktanteil von 37 %, während der größte US-Hersteller, Tesla, stark auf chinesische Zulieferer angewiesen ist. Chinas Dominanz erstreckt sich auch auf die Produktion von Batterierohstoffen wie Lithium, Kobalt und Nickel, wo es etwa 70 % der globalen Raffineriekapazitäten kontrolliert.
Seltene Erden und Lieferketten
China kontrolliert rund 90 % des globalen Markts für seltene Erden, die für die Herstellung von Magneten in Windturbinen und Elektromotoren unerlässlich sind. Diese Monopolstellung ermöglicht es Peking, globale Lieferketten zu beeinflussen und geopolitischen Druck auszuüben. 2023 führte China Exportbeschränkungen für bestimmte seltene Erden ein, was westliche Hersteller in Bedrängnis brachte.
Investitionen und Innovation
China investiert massiv in Forschung und Entwicklung (F&E). Laut der Weltbank betrug Chinas F&E-Ausgabenanteil im Bereich grüne Technologien 2023 etwa 2,5 % des BIP, verglichen mit 1,8 % in den USA. Zudem hat China ein dichtes Netzwerk an Universitäten und Forschungsinstituten aufgebaut, die auf Umwelttechnologien spezialisiert sind. Programme wie „Made in China 2025“ und der 14. Fünfjahresplan (2021–2025) priorisieren die Entwicklung von Schlüsseltechnologien wie grünem Wasserstoff und Energiespeicherung.
Die USA unter Trump: Rückschritte in der Umwelttechnologie
Während China seine Position als globaler Marktführer gefestigt hat, haben die USA unter der Führung von Donald Trump in seiner zweiten Amtszeit (2025–) entscheidende Chancen verpasst. Trumps Politik, die stark auf fossile Brennstoffe und protektionistische Maßnahmen setzt, hat die Entwicklung von Umwelttechnologien gehemmt. Konkrete Belege untermauern den Rückstand der USA:
Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen
Bereits in seiner ersten Amtszeit (2017–2021) kündigte Trump den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen an, ein Schritt, der 2025 erneut bestätigt wurde. Diese Entscheidung signalisierte eine Abkehr von internationalen Klimazielen und schwächte die Position der USA als Vorreiter in der Klimapolitik. Laut Experten wie Christoph Bals von Germanwatch hat dies die Dynamik der Energiewende in den USA gebremst, während Länder wie China ihre Klimaziele weiterverfolgen, um globale Führerschaft zu demonstrieren.
Förderung fossiler Brennstoffe
Trumps „America First“-Politik priorisiert die Förderung von Öl, Gas und Kohle. Seit Januar 2025 hat seine Regierung neue Genehmigungen für Offshore-Bohrungen und Pipelines erteilt und Subventionen für fossile Brennstoffe erhöht. Laut dem US Energy Information Administration (EIA) stiegen die US-Öl- und Gasexporte 2024 um 12 %, während Investitionen in erneuerbare Energien stagnierten. Dies steht in scharfem Kontrast zu China, wo die Kohleverwendung 2023 ihren Höhepunkt erreichte und nun rückläufig ist.
Zölle und Handelskonflikte
Trump hat in seiner zweiten Amtszeit umfassende Zölle gegen China verhängt, darunter 10 % auf Waren ab Februar 2025 und eine Erhöhung auf 125 % für bestimmte Importe im April 2025. Diese Zölle betreffen auch Komponenten für Umwelttechnologien wie Solarmodule und Batterien. Laut der Welthandelsorganisation (WTO) haben diese Maßnahmen die Kosten für US-Unternehmen erhöht und die Wettbewerbsfähigkeit geschwächt. Beispielsweise sind Solarmodule in den USA nun bis zu 40 % teurer als in Europa, wo chinesische Importe weniger stark besteuert werden.
Die Zölle haben auch deutsche und europäische Unternehmen wie Volkswagen getroffen, die in den USA auf chinesische Vorleistungen angewiesen sind. Ein Beispiel ist die geplante Batteriezellfabrik von VW in Ontario, die durch Trumps Zölle wirtschaftlich bedroht ist. Experten wie Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management bezeichnen die Zölle als „Gift“ für solche Investitionen.
Vernachlässigung von Forschung und Entwicklung
Unter Trump wurden die Budgets für F&E in Umwelttechnologien gekürzt. Das US Department of Energy (DOE) erhielt 2025 nur 8,2 Milliarden US-Dollar für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, ein Rückgang von 15 % gegenüber 2023. Im Gegensatz dazu hat China seine Investitionen in grüne Technologien auf über 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr erhöht. Diese Diskrepanz hat dazu geführt, dass die USA in Schlüsselbereichen wie grünem Wasserstoff und fortschrittlichen Batterien zurückfallen.
Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten
Die USA sind stark von chinesischen Lieferketten abhängig, insbesondere bei Batterien und seltenen Erden. 2024 importierten die USA über 60 % ihrer Lithium-Ionen-Batterien aus China. Trumps Exportbeschränkungen für seltene Erden, die im Juni 2025 mit China verhandelt wurden, haben die Abhängigkeit nicht reduziert, sondern die Kosten für US-Hersteller erhöht.
Verlust von Arbeitsplätzen und Investitionen
Während China durch seine grüne Industrie Millionen von Arbeitsplätzen geschaffen hat, stagnieren die USA in diesem Sektor. Laut dem Bureau of Labor Statistics wuchs die Zahl der Arbeitsplätze in der US-Solarindustrie 2024 nur um 3 %, verglichen mit 15 % in China. Große Investitionen in Umwelttechnologien fließen zunehmend nach Asien und Europa. So hat der deutsche Chemiekonzern BASF 2024 eine Milliardeninvestition in eine Batterieproduktionsstätte in China angekündigt, während ähnliche Projekte in den USA ausbleiben.
Konkrete Belege für den Verlust des Wettlaufs
Die folgenden Fakten verdeutlichen, warum die USA unter Trump den Wettlauf um Umwelttechnologien gegenüber China verloren haben:
- Marktanteile: China kontrolliert 80 % des globalen Solarmodulmarkts, 70 % des Batteriemarkts und 90 % des Markts für seltene Erden. Die USA liegen in diesen Bereichen bei unter 10 %.
- Investitionsvolumen: Chinas jährliche Investitionen in grüne Technologien sind etwa fünfmal höher als die der USA (100 Milliarden vs. 20 Milliarden US-Dollar).
- Technologische Patente: 2023 meldete China 60 % der weltweiten Patente für Umwelttechnologien an, während die USA nur 15 % erreichten.
- Exporte: Chinesische Firmen exportierten 2024 Solaranlagen im Wert von 50 Milliarden US-Dollar, während US-Exporte in diesem Bereich bei unter 5 Milliarden US-Dollar lagen.
- Infrastruktur: China hat das größte Hochgeschwindigkeitsbahnnetz der Welt (über 40.000 km), das vollständig elektrifiziert ist, während die USA keine vergleichbare Infrastruktur besitzen.
Gegenargumente und deren Schwächen
Befürworter von Trumps Politik argumentieren, dass seine Zölle und die Fokussierung auf fossile Brennstoffe die US-Wirtschaft stärken und Arbeitsplätze sichern. Sie verweisen auf die gestiegene Ölproduktion und die Unabhängigkeit von ausländischen Energielieferanten. Doch diese Argumente greifen kurz:
- Kurzfristige Gewinne vs. langfristige Verluste: Während die fossile Industrie kurzfristig profitiert, verlieren die USA den Anschluss an Zukunftstechnologien, die langfristig wirtschaftlich und ökologisch entscheidend sind.
- Zölle schaden der eigenen Industrie: Die hohen Zölle auf chinesische Komponenten erhöhen die Kosten für US-Unternehmen und bremsen Innovationen.
- Verpasste geopolitische Chancen: Indem die USA ihre Rolle in der Klimapolitik aufgeben, überlassen sie China die Führung in globalen Foren wie der COP-Konferenz.
Europas Rolle und Lehren für die USA
Während die USA zurückfallen, hat Europa versucht, im Wettlauf um Umwelttechnologien aufzuholen. Die EU hat 2023 den „Green Deal“ mit einem Investitionsvolumen von 1 Billion Euro bis 2030 beschlossen. Unternehmen wie Siemens und Vestas sind in der Windkraft führend, und Firmen wie Northvolt bauen Batterieproduktionen auf. Dennoch bleibt Europa hinter China zurück, was zeigt, wie schwierig es ist, die chinesische Dominanz zu brechen.
Für die USA könnte Europa ein Vorbild sein. Eine stärkere Zusammenarbeit mit der EU, etwa durch Freihandelsabkommen für grüne Technologien, könnte die Abhängigkeit von China verringern. Doch Trumps protektionistische Politik und die Drohung mit Zöllen gegen die EU (angekündigt für 2025) machen eine solche Kooperation unwahrscheinlich.
Fazit: Ein verlorener Wettlauf mit weitreichenden Folgen
Der globale Wettlauf um Umwelttechnologien ist entscheidend für die Zukunft der Weltwirtschaft und den Kampf gegen den Klimawandel. China hat durch strategische Planung, massive Investitionen und Kontrolle über Lieferketten eine dominante Position erreicht. Die USA hingegen haben unter Donald Trump diesen Wettlauf verloren. Die Priorisierung fossiler Brennstoffe, der Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen, protektionistische Zölle und die Vernachlässigung von Forschung und Entwicklung haben die USA in eine Position der Abhängigkeit und des Rückstands gebracht.
Die Konsequenzen sind weitreichend: wirtschaftliche Verluste, geopolitischer Einflussverlust und eine geschwächte Position im Kampf gegen den Klimawandel. Um wieder aufzuholen, müssten die USA ihre Politik grundlegend ändern – mit massiven Investitionen, internationaler Zusammenarbeit und einem klaren Bekenntnis zur Energiewende. Doch unter Trumps Führung erscheint ein solcher Kurswechsel unwahrscheinlich. Die Welt blickt auf China, das den Ton in der grünen Zukunft angibt, während die USA Gefahr laufen, weiter abgehängt zu werden.

