Google und seine Technologien im Umweltbereich 2025: Ein Überblick

Durch | Juni 29, 2025

Google hat sich in den letzten Jahren verstärkt dem Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz gewidmet. Mit einem Fokus auf innovative Technologien und datengetriebene Lösungen verfolgt das Unternehmen ambitionierte Ziele, um sowohl die eigene Umweltbilanz zu verbessern als auch Nutzer:innen weltweit zu nachhaltigeren Entscheidungen zu befähigen. Dieser Artikel beleuchtet Googles wichtigste Technologien und Initiativen im Umweltbereich im Jahr 2025, basierend auf aktuellen Informationen.

1. Klimafreundliche Produkte und Tools für Nutzer:innen

Google integriert Nachhaltigkeit in seine Kernprodukte, um Milliarden von Menschen bei klimafreundlichen Entscheidungen zu unterstützen. Im Jahr 2023 erreichte Google sein Ziel, über eine Milliarde Nutzer:innen durch Produkte wie Google Maps und Google Suche nachhaltiger handeln zu lassen – ein Ziel, das auch 2025 weiterverfolgt wird.

  • Google Maps: Spritsparende Routen
    Google Maps bietet eine Funktion für spritsparende Routen, die mithilfe von KI Routen mit geringerem Kraftstoff- oder Energieverbrauch vorschlägt. Diese berücksichtigen Faktoren wie Steigungen, Verkehrsaufkommen und konstante Geschwindigkeiten. Seit der Einführung hat die Funktion laut Google dazu beigetragen, über 1,2 Millionen Tonnen CO?-Emissionen einzusparen – vergleichbar mit der Entfernung von 250.000 kraftstoffbetriebenen Autos von der Straße für ein Jahr. Die Funktion ist in Ländern wie den USA, Kanada, Ägypten, Indien, Indonesien und fast 40 europäischen Ländern verfügbar, wobei sie auch für Motorräder in Indien und Indonesien angepasst wurde.
  • Google Suche: Nachhaltige Reiseplanung
    Bei der Suche nach Flügen, Zügen oder Hotels zeigt Google CO?-Schätzwerte für Reiserouten und kennzeichnet Hotels mit unabhängigen Nachhaltigkeitszertifikaten. Nutzer:innen können so klimafreundlichere Optionen wählen, etwa Zugverbindungen statt Flüge oder Hotels mit hohen Umweltstandards. In ausgewählten Ländern können Zugfahrkarten direkt über die Google Suche gekauft werden.
  • Google Earth und Timelapse
    Google Earth Timelapse visualisiert Veränderungen der Erdoberfläche, etwa durch Abholzung oder Gletscherschwund, und wurde 2025 mit Bildern von 2021 und 2022 aktualisiert. Tools wie das „Heartbeat of the Earth“-Projekt in Zusammenarbeit mit UN Climate Change nutzen Kunst und Daten, um den Klimawandel greifbar zu machen.
  • Umweltfreundliche Kaufentscheidungen
    In der Google Suche können Nutzer:innen Elektro- und Hybridfahrzeuge mit kraftstoffbetriebenen Modellen vergleichen, inklusive Kostenübersichten. Google Shopping hebt zudem gebrauchte Artikel hervor (derzeit nur in den USA), um die Kreislaufwirtschaft zu fördern.

2. Künstliche Intelligenz für den Klimaschutz

Googles KI-Technologien spielen eine zentrale Rolle im Umweltbereich, insbesondere bei der Bewältigung komplexer Herausforderungen wie Naturkatastrophen und Emissionen.

  • Flut- und Waldbrandvorhersage
    Mit KI-basierten Modellen sagt Google Flutereignisse bis zu sieben Tage im Voraus für über 700 Millionen Menschen in gefährdeten Regionen vorher. Das „FireSat“-System nutzt Satellitendaten, um Waldbrände frühzeitig aus dem All zu erkennen. Diese Technologien helfen, Leben zu schützen und Schäden zu minimieren.
  • Verkehrsoptimierung
    Google Research optimiert mithilfe von KI die Ampelsteuerung in Städten, um Emissionen an Kreuzungen zu reduzieren, wo die Schadstoffbelastung bis zu 29-mal höher sein kann als auf offenen Straßen. Solche Projekte tragen dazu bei, den CO?-Ausstoß im Verkehrssektor zu senken.
  • Wettervorhersage
    In Zusammenarbeit mit Partnern wie Weathernews verbessert Google die Genauigkeit von Vorhersagen für tropische Wirbelstürme durch KI, was besonders für Regionen mit hohem Katastrophenrisiko wichtig ist.
  • Kontrails-Reduktion
    Google arbeitet daran, die Emissionen von Kondensstreifen im Flugverkehr zu reduzieren, die einen erheblichen Beitrag zum Klimawandel leisten. KI hilft, Flugrouten zu optimieren, um diese Effekte zu minimieren.

3. Nachhaltige Betriebsabläufe

Google hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, um seine eigenen Betriebsabläufe klimafreundlicher zu gestalten, steht jedoch vor Herausforderungen, insbesondere durch den steigenden Energiebedarf von KI.

  • CO?-freie Energie
    Google strebt an, bis 2030 alle Rechenzentren und Büros rund um die Uhr mit CO?-freier Energie zu betreiben. 2022 erreichte das Unternehmen einen Anteil von 64 % an CO?-freier Energie (CFE) für seine Standorte. Google ist einer der weltweit größten Käufer erneuerbarer Energien und hat 2022 20 Vereinbarungen für saubere Energie abgeschlossen, mit geplanten Investitionen von über 4 Milliarden US-Dollar. Neue Projekte, wie die Nutzung von Erdwärme, sollen diesen Weg unterstützen.
  • Emissionen und KI-Herausforderungen
    Trotz dieser Bemühungen stiegen Googles Treibhausgasemissionen 2023 auf 14,3 Millionen Tonnen CO?-Äquivalent, ein Anstieg von 13 % gegenüber dem Vorjahr und 51 % gegenüber 2019. Der Hauptgrund ist der hohe Energieverbrauch von Rechenzentren für KI-Anwendungen. Google gibt an, dass dies eine temporäre Entwicklung sei und arbeitet an effizienteren KI-Modellen sowie einer Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien. Kritiker bemängeln jedoch, dass die tatsächlichen Emissionen durch lokale Berechnungen deutlich höher sein könnten.
  • Wassermanagement
    Google setzt auf verantwortungsvolle Wasserwirtschaft, mit dem Ziel, bis 2030 mehr Wasser zu regenerieren als zu verbrauchen. Bis 2022 wurden 271 Millionen Gallonen Wasser in Wassereinzugsgebieten aufgefüllt. KI-Tools helfen, Wasserknappheit und Überflutungsrisiken vorherzusagen und zu managen. Standorte wie der Bay View Campus nutzen alternative Wasserquellen und dürreresistente Pflanzen, um den Verbrauch zu reduzieren.
  • Kreislaufwirtschaft
    Google verfolgt das Ziel, bis 2025 kunststofffreie Verpackungen zu verwenden, und erreichte 2023 einen Anteil von 99 % kunststofffreien Materialien bei neuen Produkten. Initiativen wie der „Global Fibre Impact Explorer“ unterstützen Modeunternehmen bei nachhaltiger Beschaffung.

4. Herausforderungen und Kritik

Trotz der Fortschritte steht Google vor Herausforderungen:

  • KI-Energieverbrauch: Der massive Energiebedarf für KI gefährdet die Klimaziele. Rechenzentren machen bis zu 10 % des globalen Stromverbrauchs aus, und dieser Anteil könnte bis 2030 um 160 % steigen.
  • Emissionsberichterstattung: Eine Untersuchung des Guardian legt nahe, dass Googles tatsächliche Emissionen durch lokale Berechnungen bis zu 662 % höher sein könnten als offiziell angegeben, was Fragen zur Transparenz aufwirft.
  • Skalierbarkeit: Obwohl Google in erneuerbare Energien investiert, ist die flächendeckende Nutzung von CO?-freier Energie rund um die Uhr komplex, da sie neue Speichertechnologien erfordert.

5. Ausblick

Google bleibt ein Vorreiter bei der Nutzung von Technologie für den Klimaschutz, steht jedoch vor dem Spagat, Innovationen wie KI mit Nachhaltigkeitszielen zu vereinen. Bis 2030 will das Unternehmen:

  • Netto-Null-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erreichen.
  • 20.000 Arbeitsplätze im Bereich erneuerbarer Energien fördern.
  • 500 Städte bei der Reduktion von CO?-Emissionen unterstützen.

Mit Projekten wie dem „Heat Resilience Tool“, das KI nutzt, um Städte bei der Hitzeminderung zu unterstützen, und Partnerschaften wie dem „Google for Startups Accelerator: Circular Economy“ zeigt Google, dass es seine Ressourcen nutzt, um globale Lösungen voranzutreiben.

Fazit

Google kombiniert KI, Datenanalyse und erneuerbare Energien, um den Klimawandel anzugehen. Tools wie spritsparende Routen, Flutvorhersagen und nachhaltige Reiseplanung machen Klimaschutz für Nutzer:innen greifbar, während interne Maßnahmen wie Investitionen in CO?-freie Energie und Wassermanagement die eigene Bilanz verbessern sollen. Dennoch bleibt der steigende Energiebedarf durch KI eine zentrale Herausforderung. Googles Fortschritte zeigen, wie Technologie den Umweltschutz vorantreiben kann, erfordern aber kontinuierliche Anstrengungen, um ambitionierte Ziele zu erreichen.

Hinweis: Für aktuelle Informationen über Googles Nachhaltigkeitsinitiativen besuchen Sie sustainability.google.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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