
Ein DBU-gefördertes Forschungsteam der Bauhaus-Universität Weimar hat ein innovatives System zur Nutzung von Grau- und Regenwasser entwickelt, um urbane Grünflächen nachhaltig zu bewässern. Im Modellquartier „Bergmannsgrün“ in Dortmund, das für die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027 entsteht, könnte das System Wasserknappheit entgegenwirken und Hitzesterblichkeit reduzieren. Der Klimawandel, der 2023 und 2024 je 3.000 hitzebedingte Todesfälle in Deutschland verursachte, macht solche Lösungen dringend notwendig.
Das Projekt reinigt Grauwasser aus Haushalten (Waschbecken, Duschen, Küchen) und mischt es mit Regenwasser in einem Zwischenspeicher, der als Bewässerungsreservoir und saisonaler Wärmespeicher dient. Eine KI-gestützte Steuerzentrale misst Bodenfeuchte und regelt die Wasserzufuhr bedarfsgerecht. „Künstliche neuronale Netze ermöglichen präzise Datenanalyse und Fehlererkennung“, erklärt Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Silvio Beier. Dies spart Frischwasser und stärkt die Klimaresilienz von Städten, wo Wärmeinseln die Hitzesterblichkeit erhöhen.
Das Umweltbundesamt betont, dass städtische Begrünung Hitzefolgen mindert. Laut der World-Weather-Attribution-Initiative erlebten 2024 vier Milliarden Menschen weltweit 30 zusätzliche Hitzetage. „Stadtplanung braucht mehr Grün und weniger Beton“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Das Projekt bindet Bewohner ein, um Akzeptanz zu fördern, und liefert einen Leitfaden mit Handlungsempfehlungen für Stadtplanung und Bauwillige.
Kooperationspartner wie die Technische Universität Hamburg, die Hochschule Hamm-Lippstadt, HVG Grünflächenmanagement und JENA-GEOS entwickelten das System für „Bergmannsgrün“. Die Ergebnisse, die 2027 auf der IGA präsentiert werden, könnten Vorbild für klimaangepasste Stadtentwicklung sein.


