
Berlin (pugnalom) – Ökosysteme großer Pflanzenfresser wie Elefanten und Nashörner blieben über 60 Millionen Jahre stabil, trotz Artenverlusten und Umweltveränderungen, zeigt eine Studie der Universität Göteborg mit Beteiligung des Museums für Naturkunde Berlin und spanischer Forscher. Zwei globale Neuordnungen vor 21 und 10 Millionen Jahren veränderten die Zusammensetzung, doch die ökologischen Funktionen blieben erhalten. Heutige Artenverluste könnten jedoch einen Kipppunkt auslösen.

Das Team um Dr. Fernando Blanco analysierte Fossildaten von über 3.000 Arten großer Pflanzenfresser. Vor 21 Millionen Jahren führte die Schließung des Tethys-Meeres zu einer Artenwanderung zwischen Afrika und Eurasien, die das ökologische Gleichgewicht veränderte. Vor 10 Millionen Jahren förderte eine globale Abkühlung und die Ausbreitung von Graslandschaften Grasfresser, während waldbewohnende Arten zurückgingen. Trotz des Aussterbens großer Arten wie Mammuts blieb die funktionelle Struktur der Ökosysteme stabil, da neue Arten ähnliche Rollen übernahmen.
„Ökosysteme gleichen einer Fußballmannschaft, die Spieler wechselt, aber die Aufstellung beibehält“, erklärt Mitautor Dr. Ignacio A. Lazagabaster. Diese Widerstandskraft hielt Eiszeiten stand, doch die aktuelle Geschwindigkeit des Artenverlusts bedroht diese Stabilität. Große Pflanzenfresser sind essenzielle Ökosystemingenieure, die Landschaften formen und Artenvielfalt fördern. Ihr Rückgang im sechsten Massenaussterben gefährdet ganze Lebensräume.
Die Forscher warnen vor einem möglichen dritten Kipppunkt, da menschliche Aktivitäten die ökologischen Rollen bedrohen. „Die Anpassungsfähigkeit der Ökosysteme hat Grenzen“, betont Dr. Juan L. Cantalapiedra. Die Studie unterstreicht die Dringlichkeit, große Pflanzenfresser zu schützen, um die Stabilität globaler Ökosysteme zu bewahren.

