
Der diesjährige „Country Overshoot Day“ fällt in Deutschland auf den 3. Mai und markiert den Zeitpunkt, an dem das jährliche Biokapazitätsbudget des Landes erschöpft wäre, würde die Weltbevölkerung wie die Deutschen leben. Angesichts wachsender Ressourcenknappheit entwickelt das Forschungs- und Transferzentrum b-ACTmatter der Universität Leipzig nachhaltige Technologien, um Umweltproblemen wie Treibhausgasemissionen, Plastikverschmutzung und Proteinknappheit entgegenzuwirken.

Im Rahmen des Projekts REPLACER, gefördert durch das EU-Netzwerk M-ERA.NET, arbeiten Forscher gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung, der Universität Lettlands und dem rumänischen Unternehmen Holisun an hybriden lebenden Materialien (HLMs). Diese Materialien kombinieren mikrobielle Biofilm-Konsortien mit recyceltem PET, um Kohlendioxid und Methan aus Biogasanlagen in mikrobielle Proteine umzuwandeln. Die Technologie soll Plastikverschmutzung reduzieren, Treibhausgase binden und nachhaltige Proteinquellen für Lebens- und Futtermittel liefern. Derzeit produzieren labormaßstäbige Photobioreaktoren mehrere Gramm Biomasse täglich.
Das Ziel ist die Skalierung auf ein Kilogramm Biomasse pro Tag. Unterstützt durch die Leipziger Gründungsinitiative SMILE prüft das Team Anwendungs- und Kommerzialisierungsmöglichkeiten, einschließlich der potenziellen Gründung eines Start-ups. Das 2021 gegründete Zentrum b-ACTmatter, finanziert durch das Bundesprogramm STARK und den Freistaat Sachsen, treibt umweltfreundliche Innovationen voran. Mit Partnern wie dem Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum der Universität Leipzig plant es ein Venture Lab, um Forschungsergebnisse in die Wirtschaft zu überführen. REPLACER zeigt, wie Wissenschaft Umweltprobleme in nachhaltige Lösungen umwandeln kann.

