Klartext: Mecklenburg-Vorpommern spart seine Naturparke tot

Durch | August 23, 2025

In Mecklenburg-Vorpommern steht der Naturschutz vor dem Abgrund, und keiner scheint die Handbremse ziehen zu wollen. Die Naturparke, einst das grüne Aushängeschild der Region, werden durch gnadenlose Kürzungen ausgeblutet. Die Verantwortlichen schweigen oder verweisen auf leere Kassen, während Naturschützer verzweifelt die Alarmglocken läuten. Hier wird nicht nur Natur zerstört, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor, der das Land am Leben hält.

Naturschutz Made in Mecklenburg Vorpommern Kein Geld für Naturschutz Symbolbild Credits Unsplash

Der Landkreis Rostock hat den Startschuss gegeben: Zuschüsse für Naturparke? Gestrichen. Jahrzehntealte Vereinbarungen? Makulatur. Andere Landkreise könnten folgen, und die Landesregierung legt noch einen drauf: Ein jährlicher Stellenabbau von 1,2 Prozent in der Verwaltung der Großschutzgebiete ist beschlossene Sache. Drittmittel sollen die Löcher stopfen, aber das ist Augenwischerei – das Bundesprogramm für natürlichen Klimaschutz ist ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die Naturparke sind kein Luxus, sondern ein Alleinstellungsmerkmal. Sie locken Touristen, die Millionen in die Region pumpen. Doch während die Politik von „Wirtschaftsstandort“ schwärmt, sägt sie am Ast, auf dem sie sitzt. Der Tourismus lebt von intakter Natur – wenn die zerstört wird, bleibt nur noch Beton und leere Kassen. Naturschützer wie Michael Succow, Träger des Alternativen Nobelpreises, sprechen von einem „Schatz“, der bewahrt werden muss. Aber die Realität ist ernüchternd: Ehrenamtliche schuften, weil Personal fehlt, und die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur bleibt ein Papiertiger, weil Geld und Leute fehlen.

Noch schlimmer: Der Naturschutz wird in Krisenzeiten wie Krieg oder Inflation zur Nebensache degradiert. Dabei geht es um unsere Lebensgrundlage – sauberes Wasser, frische Luft, intakte Ökosysteme. An der Ostsee trampeln Touristen ungebremst durch Schutzgebiete, weil Aufklärung und Kontrolle fehlen. Die Politik schaut weg, während Solarparks und Infrastrukturprojekte die letzten Naturparadiese bedrohen.

Es ist Zeit für Klartext: Mecklenburg-Vorpommern opfert seine Natur für kurzfristige Haushaltskosmetik. Wenn die Großschutzgebiete weiter ausgehungert werden, verliert das Land nicht nur seine Seele, sondern auch seine wirtschaftliche Zukunft. Die Politik muss Farbe bekennen – oder die Bürger müssen sie dazu zwingen. Denn eines ist klar: Ohne Natur gibt’s kein Morgen.

Autoren-Avatar
LabNews Media LLC
LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände