Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, hat eindringlich davor gewarnt, dass das ambitionierte Ziel, die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, kurz vor dem Zusammenbruch steht. Dieses Kernstück des Pariser Abkommens von 2015 wird zunehmend gefährdet, da die aktuellen Entwicklungen in der internationalen Klimapolitik nicht ausreichen, um katastrophale Folgen zu verhindern.
Die nationale Klimaziele für das Jahr 2035, die als sogenannte Nationally Determined Contributions (NDCs) bekannt sind, sollten von allen Vertragsstaaten des Abkommens eingereicht werden. Der Prozess ist jedoch durch anhaltende geopolitische Konflikte und wirtschaftliche Rivalitäten ins Stocken geraten. Mit nur noch weniger als zwei Monaten bis zur entscheidenden Klimakonferenz COP30 in Brasilien fehlen noch immer die aktualisierten Pläne vieler Länder, darunter zentraler Spieler wie China und die Europäische Union. Diese Verzögerungen erschweren die Bewertung der globalen Fortschritte und mindern die Aussichten auf eine koordinierte Antwort.
In diesem Kontext findet diese Woche ein hochrangiger Klimagipfel in New York statt, der unter der gemeinsamen Leitung von Guterres und dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva organisiert wird. Die Veranstaltung soll den stagnierenden Prozess beleben und die Staaten zu umfassenden Strategien drängen, die nicht nur Treibhausgasemissionen decken, sondern die gesamte Wirtschaft umstellen. Experten betonen, dass eine weitere Erwärmung über das Limit hinaus irreversible Schäden verstärkt, darunter extremere Hitzewellen, Überschwemmungen und den Verlust mariner Ökosysteme.
Als alarmierender Hintergrund dient die Tatsache, dass das laufende Jahr 2024 als das wärmste in der Messgeschichte endete und ein Jahrzehnt mit beispiellosen Temperaturrekorden abschloss. Diese Entwicklungen unterstreichen die Dringlichkeit, Klimapläne ambitioniert und zeitnah umzusetzen, um das 1,5-Grad-Ziel noch zu retten. Ohne rasche Fortschritte droht nicht nur das Scheitern des Ziels, sondern auch eine Erosion des globalen Vertrauens in multilaterale Klimainitiativen, was die Zusammenarbeit in sensiblen Bereichen weiter erschweren könnte. Die UN fordert daher alle Regierungen auf, ihre Beiträge unverzüglich zu überarbeiten und auf höchstem Niveau zu priorisieren, um eine lebensfähige Zukunft zu sichern.

