Klimakrise fördert neue Krankheitsbedrohungen in Afrika

Durch | Dezember 15, 2025

Extreme Wetterereignisse verändern Ökosysteme in Afrika und schaffen neue Wege für die Ausbreitung von Krankheiten. Landwirte in Ghana und anderen Ländern melden massive Ernteausfälle durch Dürren und Starkregen, was zu Hunger, Mangelernährung und erhöhter Anfälligkeit für Infektionen führt. Gleichzeitig begünstigt der Klimawandel Schädlinge wie den Fall Armyworm und Vektoren wie Moskitos, die Malaria und andere Erkrankungen übertragen. Experten warnen vor einem öffentlichen Gesundheitsrisiko, das durch den One-Health-Ansatz bekämpft werden muss.

In Nordghana, etwa in der Region Upper East, erleben Bauern wie Martin Ariku dramatische Verluste. Früher lieferte er verbesserte Samen an Tausende Kleinbauern, doch in diesem Jahr zerstörten abwechselnde Dürren und intensive Regenfälle über die Hälfte seiner Felder. Ernten von Mais, Reis, Kuhbohnen, Sojabohnen und Sorghum fielen auf ein Drittel des Üblichen. Selbst resistente Sorten überstanden die schnellen Wetterwechsel nicht. Die Folge: Keine Samen für die nächste Saison und steigende Preise. 13 „Bauer in Ghana inspiziert dürregeschädigte Felder“ „LARGE“ 14 „Afrikanischer Bauer untersucht vertrocknete Maispflanzen“ „LARGE“ 15 „Landwirt in trockenem Maisfeld in Afrika“ „LARGE“

Der Klimawandel verstärkt zudem Schädlingsplagen. Der Fall Armyworm, früher durch kühle Temperaturen begrenzt, breitet sich durch wärmere Nächte und veränderte Regenmuster rascher aus. Eine Umfrage des Forschungszentrums CABI ergab, dass 98 Prozent der befragten Bauern in Ghana und Sambia Maisverluste durch den Schädling melden – im Schnitt 26,6 Prozent in Ghana und 35 Prozent in Sambia. Das entspricht jährlichen Verlusten von 177 Millionen US-Dollar in Ghana und 159 Millionen in Sambia. Wärmere Bedingungen beschleunigen den Stoffwechsel und die Fortpflanzung des Schädlings, was seine Ausbreitung auf dem Kontinent begünstigt. 0 „Schäden durch Fall Armyworm an Mais in Afrika“ „LARGE“ 1 „Larve des Fall Armyworm auf Mais“ „LARGE“ 2 „Befallener Mais durch Fall Armyworm“ „LARGE“

Diese landwirtschaftlichen Krisen haben direkte gesundheitliche Konsequenzen. Ernteausfälle führen zu Hunger und Mangelernährung, die das Immunsystem schwächen und die Anfälligkeit für Infektions- und Nicht-Infektionskrankheiten erhöhen. Shauna Richards vom International Livestock Research Institute betont den Zusammenhang: Unregelmäßige Regenfälle verursachen Überschwemmungen, die stehendes Wasser schaffen – ideale Brutstätten für Moskitos. Zudem vermischen Fluten Abwasser mit Trinkwasser, was Cholera-Ausbrüche begünstigt. Dichte Vegetation durch mehr Niederschlag schafft neue Habitate für krankheitsübertragende Insekten. 8 „Überschwemmungen in Westafrika“ „LARGE“ 9 „Flut in afrikanischem Dorf“ „LARGE“ 10 „Stehendes Wasser nach Fluten in Kenia“ „LARGE“ 6 „Mangelernährte Kinder in Ostafrika“ „LARGE“ 7 „Schwere Mangelernährung bei Kindern in Afrika“ „LARGE“

Malaria-Fälle steigen, etwa in der Ashanti-Region Ghanas, wo nächtliche Hitze Moskitos begünstigt. Wärmere Nächte beschleunigen die Parasitenentwicklung und die Übertragung. In Ostafrika breitet sich die asiatische Moskitospezies Anopheles stephensi aus, die urbane Malaria in zuvor freie Städte wie Nairobi trägt. Traditionelle Maßnahmen wie Bettnetze verlieren an Wirksamkeit, da Moskitos ihr Verhalten ändern.

Zoonosen wie das Rift-Valley-Fieber nehmen zu. Starkregen und Fluten fördern Moskitopopulationen, die das Virus von Vieh auf Menschen übertragen. Ausbrüche in Ostafrika folgen oft extremen Niederschlägen. 11 „Rift Valley Fever bei Vieh in Ostafrika“ „LARGE“ 12 „Infiziertes Vieh durch Rift Valley Fever“ „LARGE“ 3 „Anopheles-Moskitos als Malaria-Vektoren“ „LARGE“ 4 „Anopheles stephensi Moskitos“ „LARGE“ 5 „Ruhende Anopheles-Moskitos“ „LARGE“

Gesundheitssysteme in Afrika sind überfordert. Stürme zerstören Kliniken, Fluten isolieren Dörfer, und Ressourcenmangel erschwert die Versorgung. Öffentliche Gesundheitsexpertin Ama Essel fordert Investitionen in Infrastruktur, Impfstoffentwicklung und One-Health-Strategien, die Mensch, Tier und Umwelt verbinden. Der Bericht des One Health Horizon Scanning unterstreicht vernetzte Risiken: Pflanzenschäden, Tierkrankheiten und Umweltveränderungen verstärken sich gegenseitig.

Klimakrise und die Auswirkungen in Afrika Credits LabNews Media LLC

Der Artikel von SciDev.Net, unterstützt durch den One Health Hub, zeigt, dass Afrika durch den Klimawandel neue Krankheitsmuster erlebt – von steigender Malaria bis zu zoonotischen Spillovern. Ohne schnelle Anpassungen drohen fragile Systeme zusammenzubrechen. Experten appellieren an ausreichende Finanzierung, um die zusätzliche Belastung zu bewältigen. Der Klimawandel wartet nicht, und Afrika braucht dringend Maßnahmen zur Resilienzsteigerung.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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