Knochenkohle aus Tierknochenabfällen könnte einen erheblichen Beitrag zur globalen Phosphor-Rückgewinnung leisten und die Bodengesundheit verbessern. Das zeigt eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift „Biochar“ erschienen ist. Forscher der Landwirtschaftlichen Universität Shenyang und internationaler Partner schätzen, dass weltweit jährlich 95 bis 126 Millionen Tonnen Knochenabfälle aus Schlachthöfen anfallen.
Durch Pyrolyse lassen sich diese Abfälle in ein poröses, kohlenstoffreiches Material umwandeln, das hohe Anteile an Phosphor, Kalzium und Magnesium enthält. Auf Böden ausgebracht, wirkt Knochenkohle als Langzeitdünger, verbessert die Wasserspeicherung, schafft Lebensräume für Mikroorganismen und kann toxische Schwermetalle wie Blei, Cadmium oder Zink binden. Die langsame Freisetzung von Phosphor reduziert Nährstoffverluste durch Auswaschung und Erosion.
Die Autoren berechnen, dass Knochenkohle theoretisch 13 bis 32 Prozent des globalen Phosphordüngermarktes ersetzen könnte. Phosphor gilt als endliche Ressource, die hauptsächlich aus Bergbau gewonnen wird. Gleichzeitig gehen große Mengen durch landwirtschaftliche Nutzung verloren und tragen zur Eutrophierung von Gewässern bei. Die Umwandlung von Schlachthofabfällen in Dünger würde somit eine Kreislaufwirtschaft fördern und die Abhängigkeit von nicht erneuerbaren Phosphatvorkommen verringern.
Die Eigenschaften der Knochenkohle hängen stark von der Pyrolysetemperatur ab: Niedrigere Temperaturen verbessern die Nährstoffverfügbarkeit, höhere erhöhen die Oberfläche und Adsorptionskapazität. Dadurch lassen sich Materialien für unterschiedliche Böden und Kulturen anpassen.
Die Studie weist jedoch auf Forschungsbedarf hin. Langzeitfeldversuche seien notwendig, um Auswirkungen auf Bodenmikroorganismen, Treibhausgasemissionen und den gesamten Nährstoffkreislauf zu bewerten. Trotz dieser Lücken sehen die Autoren in Knochenkohle eine bisher ungenutzte Ressource mit hohem Potenzial für eine nachhaltigere Landwirtschaft.
Die Ergebnisse wurden am 28. Februar 2026 veröffentlicht.
Journal
Biochar
DOI

