„Kryosphärenschmelze“ hat Auswirkungen auf arktische Meereskohlenstoffkreisläufe und Ökosysteme

Durch | April 25, 2025

Eine neue Studie unter der Leitung von Jochen Knies vom iC3 Polar Research Hub hat beunruhigende Anzeichen dafür gefunden, dass der Klimawandel die Fähigkeit der arktischen Fjorde, als effektive Kohlenstoffsenken zu dienen, beeinträchtigen könnte. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Fähigkeit der Polarmeere, Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu entfernen, mit der fortschreitenden globalen Erwärmung abnehmen könnte.

Jochen und seine Kollegen entdeckten, dass die rasanten Veränderungen in der Arktis lebendige Fjordökosysteme wie den Kongsfjord auf Spitzbergen verändern. Ihre Ergebnisse dokumentieren nicht nur eine Verschiebung der Phytoplanktongemeinschaften durch das schmelzende Eis, sondern auch einen besorgniserregenden Rückgang der Kohlenstoffbindungskapazität dieser Fjorde.

Die verborgene Welt des Phytoplanktons
Die Grundlage der arktischen Nahrungsnetze bildet Phytoplankton – die winzigen, mikroskopisch kleinen Helden unserer Ozeane. Diese Organismen sind nicht nur Nahrung für Fische. Sie spielen eine zentrale Rolle im Kohlenstoffkreislauf und der Klimaregulierung. Mit dem Rückgang des Eises erreicht das Sonnenlicht mehr Bereiche der Meeresoberfläche und fördert so das Gedeihen des Phytoplanktons. Stellen Sie sich ein Festmahl des Lebens vor, das aus der Tiefe auftaucht und bei dem sich Fische und Meerestiere um diesen neu entdeckten Reichtum versammeln.

Jochen Knies, Hauptautor der Studie, unterstreicht diese Dynamik: „Die Veränderungen, die wir beobachten, legen nahe, dass die Zukunft dieser Fjordökosysteme stark davon abhängen wird, wie gut sie sich an ein wärmeres Klima anpassen.“

Wachstum und Nachhaltigkeit in einem wärmer werdenden Klima ins Gleichgewicht bringen
Wärmeres Wasser kann das Phytoplanktonwachstum in sonnenreichen Sommern fördern und so die Produktivität steigern. Mit zunehmender Wasserschichtung werden jedoch wichtige Nährstoffe schwerer zugänglich. Dies führt zu einem zweischneidigen Schwert : Zwar könnte die Phytoplanktonbiomasse zunehmen, die Effizienz der Kohlenstoffbindung könnte jedoch abnehmen.

Jochen betont diesen kritischen Punkt: „Wir erwarten zwar eine höhere Primärproduktion, doch die Realität ist, dass wärmeres, geschichtetes Wasser die Fähigkeit der Fjorde beeinträchtigen könnte, als wirksame Kohlenstoffsenken zu dienen.“



Darüber hinaus spielt der Zufluss von Gletscherschmelzwasser, das eine Lebensader für das Meeresleben darstellt, eine entscheidende Rolle bei der Umgestaltung der Nährstofflandschaft dieser Fjorde. Mit dem Verschwinden der Gletscher wird die Nährstoffversorgung unvorhersehbar, was Bedenken hinsichtlich der langfristigen Gesundheit dieser Ökosysteme aufkommen lässt. Ohne einen stetigen Nährstofffluss könnte das ökologische Gleichgewicht gestört werden, was sich möglicherweise auf das Nahrungsnetz und die Gesamtproduktivität der Fjorde auswirkt.

Blick in die Zukunft: Die Arktis als Klimabarometer
Die Arktis ist ein wichtiger Indikator für den globalen Klimawandel. Die schmelzenden Eiskappen ziehen die Aufmerksamkeit der Welt nicht nur wegen ihrer Schönheit auf sich, sondern weil sie wichtige Lehren für unsere gemeinsame Zukunft bergen. „Die Zukunft der arktischen Fjorde spiegelt die größeren klimatischen Herausforderungen wider, vor denen wir weltweit stehen“, warnt Jochen.

Die globale Erwärmung könnte die Fähigkeit arktischer Fjorde Kohlenstoff zu speichern schwächen Hier die Kings Bay auf Spitzbergen

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Till Bruckner UiT
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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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