
Die Auswirkungen des Klimawandels und die Probleme bei der Sanierung von Seen sollten künftig stärker das gesamte Nahrungsnetz berücksichtigen, anstatt einzelne Arten isoliert zu betrachten. Das betont Jaakko Litmanen, Doktorand an der Universität Jyväskylä, in seiner Dissertation über die Rolle von Zooplankton im Vesijärvi-See.

Finnlands Seen, ein zentraler Bestandteil der nationalen Identität, stehen durch den Klimawandel und die intensive Landnutzung unter massivem Druck. Eutrophierung und schädliche Cyanobakterienblüten treten immer häufiger auf, trotz erheblicher Investitionen in Sanierungsmaßnahmen. Diese Bemühungen führen jedoch nicht immer zu den gewünschten Ergebnissen.
Litmanens Forschung zeigt, dass Zooplankton wie Wasserflöhe und Ruderfußkrebse, die sogenannten calanoiden Copepoden, entscheidend für den Energie- und Nährstoffkreislauf sind. Während Wasserflöhe wenig selektiv Phytoplankton konsumieren, beeinflussen Copepoden gezielt die Zusammensetzung der Algen. Sie reduzieren hochwertige Algen, was Cyanobakterien begünstigt, liefern aber gleichzeitig wertvolle Nahrung für Fische.
Die Dissertation schlägt vor, die teure mikroskopische Identifikation von Phytoplankton durch Analysen von Fettsäuren und Pigmenten zu ersetzen, um umfassendere Einblicke in die Dynamik des Nahrungsnetzes zu gewinnen. Litmanen betont, dass künftige Maßnahmen zur Seensanierung und Klimaanpassung das gesamte Nahrungsnetz einbeziehen sollten.
Litmanen verteidigt seine Arbeit am 5. April 2025 an der Universität Jyväskylä. Livestream unter Suora lähetys: Väitöstilaisuus – Jaakko Litmanen — Moniviestin
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