München setzt auf Lastenrad-Logistik: Neuer XXL-Hub an der Paketposthalle

Durch | August 15, 2025
Credits: Robert Schwarz, unsplash

München treibt die umweltfreundliche Logistik voran: Am 29. Juli 2025 startete der neue kommunale Radlogistik-Hub an der Paketposthalle in der bayerischen Landeshauptstadt seine Testphase. Auf 2.000 Quadratmetern bietet das Zentrum Lagerflächen für Palettenware, Kühl- und Standardlogistik, eine Werkstatt für Service-Fahrräder, einen Aufenthaltsraum und einen Showroom. Verschiedene Lastenräder liefern Waren, gekühlte Lebensmittel oder Medikamente in die ganze Stadt. Der Hub, Münchens zweites kommunales Logistikzentrum für fahrradbasierte Lieferungen, soll Deutschlands größtes Zentrum dieser Art werden. Übergangsweise nutzt es Flächen an der Arnulfstraße, bis das Gelände neu bebaut wird.

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Das erste Münchner Logistikzentrum am Viehhof, das vor zwei Jahren eröffnete, verzeichnet starke Nachfrage. Der neue Standort ist zehnmal größer und Teil des EU-Projekts metaCCAZE, in dem München neben Amsterdam, Limassol und Tampere Vorreiter ist. Das Projekt fördert intelligente, vernetzte Mobilität und innovative Technologien wie automatisiertes Laden und KI-basierte Echtzeitplanung für emissionsarme Logistik. Bereits seit Juni 2025 testen Unternehmen wie Dachser Food Logistics, GLS, Pacflix und das Münchner Unternehmen B4B Logistics den Hub. B4B Logistics unterstützte die Planung, betreibt die Werkstatt und den Showroom, wo verschiedene Lastenradmodelle getestet und gewartet werden können – ein Angebot, das besonders für lokale Handwerks- und Kleinbetriebe attraktiv ist.Lastenräder bieten in Städten klare Vorteile: Sie sind emissionsfrei, nutzen Radwege, benötigen wenig Platz und können fast überall anhalten, ohne nach Parkplätzen suchen zu müssen. Dadurch sind sie oft schneller als Lieferwagen und schaffen Platz in Ladezonen für größere Fahrzeuge. Unternehmen profitieren von geringeren Betriebskosten und flexibleren Einsatzmöglichkeiten, während Handwerksbetriebe schneller auf Kundenanfragen reagieren können. In Deutschland wächst die Radlogistik-Branche stetig: 2024 erzielte sie einen Umsatz von 190 Millionen Euro, Lastenräder legten 8,5 Millionen Kilometer zurück und sparten 2.200 Tonnen CO? ein. Am Viehhof-Hub werden jährlich etwa 260.000 Lieferungen durchgeführt, wodurch rund 8.000 Stunden Standzeit im Straßenraum eingespart werden. Durchschnittlich ersetzen 15 Lastenräder etwa zehn Transporter.

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