
Am 4. August 2025 berichteten Forscher in der Open-Access-Zeitschrift ZooKeys von der Entdeckung von vier neuen Vogelspinnenarten auf der Arabischen Halbinsel und am Horn von Afrika. Aufgrund signifikanter morphologischer und molekularer Unterschiede zu bekannten Arten wurde eine neue Gattung namens Satyrex eingeführt. Der Name kombiniert den Begriff „Satyr“ aus der griechischen Mythologie, der für außergewöhnlich große Genitalien steht, mit dem lateinischen „r?x“ für „König“.

Die größte Art der Gattung, Satyrex ferox, zeichnet sich durch eine Beinspannweite von etwa 14 cm aus und besitzt die längsten Palpen aller bekannten Vogelspinnen. Diese speziellen Fortsätze der Männchen, die zur Spermienübertragung dienen, erreichen bei S. ferox eine Länge von bis zu 5 cm – fast viermal länger als der Vorderkörper. Forscher vermuten, dass die außergewöhnliche Länge der Palpen den Männchen hilft, während der Paarung einen sicheren Abstand zu den aggressiven Weibchen zu halten, um Angriffe oder Kannibalismus zu vermeiden.
Die Art S. ferox zeigt ein besonders defensives Verhalten: Bei Störungen hebt sie ihre Vorderbeine in eine Drohhaltung und erzeugt ein lautes Zischen durch das Aneinanderreiben spezieller Haare. Die anderen Arten der Gattung, S. arabicus und S. somalicus, wurden nach ihren Herkunftsregionen benannt, während S. speciosus für seine auffällige Färbung bekannt ist. Eine bereits 1903 im Jemen beschriebene Art, S. longimanus, wurde ebenfalls in die neue Gattung überführt, da sie ähnlich verlängerte Palpen aufweist.
Alle Arten der Satyrex-Gattung leben in unterirdischen Höhlen, die sie am Fuß von Sträuchern oder zwischen Felsen graben. Die Forscher betonen, dass die außergewöhnliche Länge der Palpen ein entscheidendes Merkmal war, um die neue Gattung von der bisherigen Zuordnung zur Gattung Monocentropus abzugrenzen.
Die Studie unterstreicht die Bedeutung morphologischer Merkmale in der Taxonomie und zeigt, wie außergewöhnliche Anpassungen wie die langen Palpen das Überleben in einer feindlichen Umgebung sichern können. Die Entdeckung erweitert das Verständnis der Artenvielfalt von Vogelspinnen und ihrer evolutionären Anpassungen.
Quelle: Pensoft Publishers, ZooKeys, 4. August 2025
https://doi.org/10.3897/zookeys.1247.162886

