Ozeanografische Kampagne untersucht Einfluss mediterraner Gewässer auf geschwächte Atlantikströmung

Durch | September 15, 2025

Die meridionale Umwälzströmung des Atlantiks (AMOC), eine entscheidende Meeresströmung für das globale Klima, zeigt Anzeichen einer Schwächung durch den Klimawandel. Eine neue ozeanografische Kampagne des Projekts MORIA, geleitet von der Universität Barcelona, untersucht den Einfluss der aus dem Mittelmeer in den Atlantik strömenden Wassermassen (Mediterranean Outflow Water, MOW) auf die AMOC. Die Kampagne, die erste spanische im Rahmen des internationalen GEOTRACES-Projekts, startet heute und wird bis 11. Oktober 2025 von Vigo bis Reykjavik auf dem Forschungsschiff Sarmiento de Gamboa durchgeführt.

Ziel: Auswirkungen des Mittelmeerwassers auf die AMOC

Die AMOC transportiert warme Wassermassen nach Norden, lässt kältere, dichtere Wasser absinken und reguliert das Klima Nordwesteuropas. Klimawandel und Polschmelze könnten die Strömung laut Modellen zum Erliegen bringen, mit unvorhersehbaren Folgen für das globale Klima. Die MOW, salzhaltige und dichte Wassermassen aus dem Mittelmeer, erhöhen die Dichte der umliegenden Atlantikwasser und unterstützen die Effizienz der AMOC. MORIA zielt darauf ab, die Dynamik dieser Wassermassen und ihre Auswirkungen auf die AMOC zu analysieren.

Unter der Leitung von Leopoldo Pena und Isabel Cacho vom Forschungsteam für Meeresgeowissenschaften (Gmar) der Universität Barcelona sammelt die Kampagne etwa 800 Wasserproben entlang des europäischen Atlantikrands. Diese werden mit geochemischen Markern wie Neodym-Isotopen und seltenen Erden analysiert, um die chemischen Eigenschaften der MOW und ihre Verbreitung nach Norden zu bestimmen. Ergänzend werden Parameter wie Alkalinität, pH-Wert, Nährstoffe, Sauerstoffgehalt und gelöste Metalle untersucht. Sedimentproben vom Meeresboden sollen zudem die historische Variabilität der MOW aufzeigen.

Internationale Zusammenarbeit und wissenschaftliche Bedeutung

Neben der Universität Barcelona sind das Institut de Ciències del Mar (ICM-CSIC), das Spanische Ozeanografische Institut (IEO-CSIC), die Universität Las Palmas de Gran Canaria und das Institut für Meeresforschung (IIM-CSIC) beteiligt. Internationale Partner wie das französische IFREMER, die ETH Zürich, die University College Cork und die Universität Aarhus unterstützen die Kampagne. Die Einbindung in GEOTRACES, das sich auf marine biogeochemische Zyklen konzentriert, unterstreicht die wissenschaftliche Exzellenz des Projekts.

Die Ergebnisse von MORIA bauen auf dem Vorprojekt TRANSMOW auf, das die MOW von Gibraltar bis Gijón untersuchte, und sollen neue Erkenntnisse über die Rolle des Mittelmeers im globalen Klimasystem liefern. Angesichts der zunehmenden Anfälligkeit der AMOC für Störungen könnten die Daten helfen, die Auswirkungen des Klimawandels besser zu verstehen und zukünftige Klimaszenarien zu präzisieren.

Symbolbild Credits Tenor
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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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