PIK: Ozeanversauerung erreicht kritischen Bereich

Durch | September 24, 2025

Ein neuer Bericht des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) schlägt Alarm: Sieben der neun planetaren Grenzen, die die Stabilität des Erdsystems sichern, sind überschritten. Damit hat sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr weiter verschärft. Besonders besorgniserregend ist die erstmalige Überschreitung der Grenze für Ozeanversauerung, die nun ebenfalls als gefährdet gilt. Der „Planetary Health Check 2025“ des Planetary Boundaries Science Lab zeigt, dass die Menschheit zunehmend den sicheren Handlungsraum verlässt, was das Risiko irreversibler Veränderungen und das Überschreiten von Kipppunkten erhöht.

Zu den überschrittenen Grenzen zählen Klimawandel, Integrität der Biosphäre, Landnutzungswandel, Süßwasserkreislauf, biogeochemische Kreisläufe, Eintrag menschengemachter Substanzen und nun auch die Ozeanversauerung. Die Verschlechterung dieser Erdsystem-Funktionen bedroht die Stabilität des Planeten und damit die Lebensgrundlagen der Menschheit. Besonders die Ozeane stehen im Fokus des Berichts. Die zunehmende Versauerung, verursacht durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, Abholzung und Landnutzungswandel, gefährdet marine Ökosysteme weltweit. Der pH-Wert der Ozeanoberfläche ist seit Beginn der Industrialisierung um etwa 0,1 Einheiten gesunken, was einer Versauerung von 30 bis 40 Prozent entspricht. Dies wirkt sich bereits auf sensible Arten wie Flügelschnecken aus, die Schäden an ihren Schalen zeigen. Da diese Organismen eine Schlüsselrolle in marinen Nahrungsketten spielen, sind die Folgen für Fischerei, Ernährungssicherheit und das globale Klimasystem gravierend.

Credits Tenor

Die Ozeane verlieren zunehmend ihre Fähigkeit, das Klima zu regulieren und Sauerstoff zu produzieren. Marine Hitzewellen und sinkende Sauerstoffwerte verstärken den Druck auf Küstenökosysteme und den offenen Ozean. Der Bericht betont, dass die Ozeane als „Lebenserhaltungssystem“ des Planeten unverzichtbar sind. Ihr Schutz sei essenziell, um die Stabilität der Erde und das menschliche Wohlergehen zu sichern.

Trotz der alarmierenden Diagnose gibt es Hoffnung. Zwei planetare Grenzen – die Belastung durch Aerosole und die Ozonschicht – liegen noch im sicheren Bereich. Internationale Maßnahmen, wie das Montreal-Protokoll oder strengere Regelungen im Schiffsverkehr, haben gezeigt, dass gezielte politische Maßnahmen Wirkung entfalten können. So hat sich die Ozonschicht weitgehend erholt, und die globale Luftverschmutzung ist rückläufig, auch wenn Regionen wie Süd- und Ostasien sowie Teile Afrikas und Lateinamerikas weiterhin stark von Feinstaub betroffen sind.

Der Bericht unterstreicht die Dringlichkeit eines ganzheitlichen Ansatzes. Die Vernetzung der planetaren Grenzen zeigt, dass Belastungen in einem Bereich weitreichende globale Auswirkungen haben können. Lösungen erfordern daher eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Besondere Bedeutung kommt der Integration von wissenschaftlichem Wissen und traditionellem Wissen indigener Völker zu, die seit Jahrhunderten im Einklang mit der Natur leben und wertvolle Ansätze für den Erhalt von Wäldern, Wasser und Biodiversität bieten.

Die Wissenschaftler des PIK betonen, dass die Verschlechterung des Zustands der Erde nicht unausweichlich ist. Erfolge wie die Erholung der Ozonschicht zeigen, dass koordiniertes Handeln den Planeten stabilisieren kann. Der Bericht ruft zu entschlossenem Handeln auf, um die Ozeane zu schützen und die planetare Gesundheit wiederherzustellen, bevor das Fundament der menschlichen Lebenswelt weiter erodiert.

Weitere Informationen:

  • Bericht: Planetary Health Check 2025, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
  • Weblink: https://www.planetaryhealthcheck.org/#reports-section

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist ein führendes Forschungsinstitut für globalen Wandel, Klimafolgen und nachhaltige Entwicklung und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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