Razzia bei Nestlé Waters wegen mutmaßlichen Lebensmittelbetrugs

Durch | September 11, 2025

Die französische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde DGCCRF hat das Hauptquartier von Nestlé Waters in Issy-les-Moulineaux bei Paris durchsucht. Anlass ist eine Klage der Verbraucherorganisation foodwatch, die dem Konzern vorwirft, verunreinigtes Mineralwasser illegal gefiltert und als „natürliches Mineralwasser“ vermarktet zu haben. Die Ermittlungen richten sich gegen Nestlé und den Wasserkonzern Alma, die beide im Verdacht stehen, über Jahre hinweg Wasser aus belasteten Quellen – unter anderem mit Fäkalkeimen, PFAS und Pestiziden – unzulässig behandelt zu haben. Nach EU-Recht ist eine solche Filterung nur stark eingeschränkt zulässig, da sie die Bezeichnung als „natürliches Mineralwasser“ infrage stellt.

Symbolbild Credits Unsplash

Die Vorwürfe wiegen schwer: Neben Verbrauchertäuschung wird auch eine potenzielle Gesundheitsgefährdung diskutiert. Die Durchsuchung markiert einen weiteren Schritt in den laufenden Ermittlungen, die durch die Anzeige von foodwatch im vergangenen Jahr ausgelöst wurden. Nestlé Waters hatte sich bereits im April vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Paris zu den Vorwürfen geäußert und erklärt, die beanstandeten Praktiken eingestellt zu haben. Dennoch fordert foodwatch vollständige Transparenz über die Vorgänge und deren Aufarbeitung.

Auch in Deutschland gibt es Probleme mit Mineralwasser: Ein Tochterunternehmen des Alma-Konzerns, Roxane, musste kürzlich mehrere Sorten aufgrund von Keimbelastung zurückrufen. Foodwatch drängt darauf, dass alle Messwerte offengelegt und die Verbraucher umfassend über die Qualität der betroffenen Quellen informiert werden. Die Organisation betont, dass solche Vorfälle das Vertrauen in die Lebensmittelsicherheit untergraben.

Die Ermittlungen in Frankreich senden ein klares Signal an die Lebensmittelindustrie, dass Verstöße gegen Verbraucherrechte Konsequenzen haben. Foodwatch, finanziert durch Spenden und unabhängig von Staat und Industrie, kündigt an, weiterhin gegen solche Praktiken vorzugehen.

Quelle: foodwatch

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Autor: LabNews Media LLC

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