Schnelles Schmelzen des antarktischen Meereises hauptsächlich durch Ozeanerwärmung verursacht

Durch | März 18, 2026

Das antarktische Meereis hat sich nach einer langjährigen Ausdehnung seit 2015 dramatisch zurückgezogen. Eine neue Studie der Universität Göteborg zeigt, dass der rasche Verlust vor allem auf die Erwärmung der Ozeane und den Abbau einer schützenden Kaltwasserschicht zurückzuführen ist.

Während das arktische Meereis seit Beginn der Satellitenbeobachtungen kontinuierlich schrumpft, expandierte das antarktische Meereis über Jahrzehnte langsam. Ende 2015 setzte jedoch ein abrupter Rückgang ein, gefolgt von starken jährlichen Schwankungen. Das Meereis reflektiert Sonnenstrahlung, blockiert Wärmeaustausch zwischen Ozean und Atmosphäre und beeinflusst dadurch globales Wetter und Klima.

Die Forschenden um Theo Spira identifizierten eine kalte Winterwasserschicht unter dem Eis als entscheidenden Schutzmechanismus. Diese Schicht aus frischem, kaltem Wasser verhinderte lange Zeit, dass wärmeres Tiefenwasser aufstieg und das Eis von unten schmolz. Starke Stürme im Winter 2015 mischten diese Schicht auf, sodass wärmeres Tiefenwasser an die Oberfläche gelangte. Die Schutzwirkung brach zusammen, was zum Rekordschmelzen führte.

Über fast zwei Jahrzehnte hinweg wurde die Winterwasserschicht zunehmend dünner, da wärmeres Tiefenwasser die kühlende Wirkung schwächte. Die Stürme 2015 wirkten als Auslöser für den Kipppunkt. Die Analyse basiert auf Beobachtungsdaten von autonomen Meeresrobotern sowie Sensoren, die an Seeelefanten befestigt waren. Die Tiere tauchten in und am Rand des Meereises und lieferten wertvolle Daten zur Wasserschichtung in schwer zugänglichen Gebieten.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Rückgang des antarktischen Meereises nicht primär auf atmosphärische Veränderungen, sondern auf ozeanische Prozesse zurückzuführen ist. Die Studie hebt hervor, dass solche Mechanismen in aktuellen Klimamodellen oft unzureichend abgebildet sind.

Die Veröffentlichung erschien am 18. März 2026 in „Nature Climate Change“ (DOI: 10.1038/s41558-026-02601-4). Die Autoren bewerten die Befunde als alarmierend, da der Verlust der schützenden Schicht den weiteren Rückgang des Meereises beschleunigen und das Südpolarmeer nachhaltig verändern könnte.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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