
In Schweden sorgt ein Forstunternehmen für Aufsehen: Es beantragte, 300 Rauchschwalben auf seinem Werksgelände zu töten, da deren Kot ein angebliches Hygienerisiko für Lebensmittelkartons darstelle.
Die Behörden genehmigten jedoch nur den Abschuss von maximal zehn Vögeln, da die geplante Zahl unverhältnismäßig sei. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf den Konflikt zwischen wirtschaftlichen Interessen und Artenschutz.

Rauchschwalben sind bedrohte Vögel, deren Bestände in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen sind. Sie spielen eine zentrale Rolle im Ökosystem, da sie große Mengen an Insekten fressen – ein Schwalbenpaar vertilgt pro Brutzeit etwa 150.000 Fliegen und Mücken. Ihr Lebensraum schrumpft durch moderne Landwirtschaft und fehlende Nistplätze, was ihren Bestand zusätzlich gefährdet. Der geplante Abschuss von 300 Tieren hätte einen empfindlichen Schlag für die lokale Population bedeutet und zeigt, wie wirtschaftlicher Druck den Naturschutz bedroht.
Das Abschießen von Schwalben ist eine Artenschutz-Katastrophe, weil es eine ohnehin gefährdete Art weiter schwächt. Statt drastischer Maßnahmen wie Tötung könnten einfache Lösungen wie Kotbretter oder alternative Nistplätze helfen, Hygienevorgaben und Artenschutz zu vereinen. Solche Ansätze bewahren die ökologische Balance und verhindern irreversible Schäden an der Biodiversität.
Was können Sie dagegen tun?
Das Beispiel zeigt, wie löchrig die europäische Gesetzgebung in Sachen Natur- und Artenschutz ist, und wie schnell der sogenannte Schutz ausgehebelt werden kann. Macht es Schule – und die derzeitige, auch deutsche, Politik weist genau in diese Richtung – drohen weitere schwerwiegende Biodiversitätsverluste. Kipppunkte und Kaskadenwirkung gefährden auch die menschliche Existenz. Lassen wir es nicht soweit kommen!
Schreiben Sie der schwedischen Botschaft und boykottieren Sie schwedische (Möbel)-Konzerne. Das hilft nicht direkt, kann aber den Druck auf die Regierung in Stockholm und damit auf die Behörden im Land erhöhen.
Wir haben an die schwedische Botschafterin in Berlin, Veronika Wand-Danielsson, sowie an die schwedische Umweltministerin, Romina Pourmokhtari, einen Fragenkatalog geschickt und erwarten deren Antworten bis zum 5. Juni 2025.

