Stellantis streicht Wasserstoff-Pläne für Großbritannien: Mangelnde Infrastruktur als Hauptgrund

Durch | Juli 14, 2025

Der Automobilkonzern Stellantis hat seine Pläne zur Einführung von leichten Nutzfahrzeugen mit Wasserstoff-Brennstoffzellen im Vereinigten Königreich aufgegeben. Wie das Unternehmen mitteilte, sei der Markt aufgrund fehlender Investitionen in die Wasserstoff-Infrastruktur und ausbleibender staatlicher Subventionen derzeit nicht tragfähig. Diese Entscheidung markiert einen Rückschlag für die Wasserstoffmobilität in Großbritannien, wo Stellantis zuvor als einer der Vorreiter für emissionsfreie Nutzfahrzeuge galt.

Stellantis, einer der weltweit fünf größten Automobilhersteller, hatte in den letzten Jahren auf Wasserstoff-Brennstoffzellen als Alternative für leichte Nutzfahrzeuge gesetzt, insbesondere für Modelle wie den Peugeot e-Expert Hydrogen, den Citroën ë-Jumpy Hydrogen und den Opel Vivaro-e Hydrogen. Diese Fahrzeuge, die in Großbritannien unter der Marke Vauxhall vermarktet werden sollten, boten Reichweiten von bis zu 400 Kilometern und eine Betankungszeit von nur drei Minuten. Doch trotz dieser technischen Vorteile sieht der Konzern derzeit keine Perspektive für einen wirtschaftlich tragfähigen Markt im Vereinigten Königreich.

„Der Zeitpunkt ist nicht richtig“, erklärte ein Sprecher von Stellantis gegenüber GB News. „Ohne eine flächendeckende Wasserstoff-Tankinfrastruktur und ausreichende staatliche Unterstützung können wir unsere Pläne in Großbritannien nicht umsetzen.“ Derzeit gibt es im Vereinigten Königreich weniger als 20 Wasserstoff-Tankstellen, im Vergleich zu Tausenden von Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Zudem fehlen finanzielle Anreize, wie sie etwa in Deutschland oder Frankreich für Wasserstofftechnologien bereitgestellt werden.

Die Entscheidung spiegelt einen breiteren Trend in der Automobilindustrie wider. Wie CleanTechnica berichtet, schließt sich Stellantis einer wachsenden Liste von Unternehmen an, die ihre Wasserstoff-Ambitionen zurückfahren. Der Fokus vieler Hersteller liegt zunehmend auf batterieelektrischen Fahrzeugen, da die Infrastruktur für Elektromobilität schneller ausgebaut wird und die Kosten für Batterietechnologien sinken. Dennoch betonte Stellantis, dass die Wasserstoff-Technologie für andere Märkte, insbesondere in Kontinentaleuropa, weiterhin eine Rolle spiele.

Kritiker der Entscheidung, darunter einige britische Autoenthusiasten, äußerten sich frustriert. Ein Nutzer auf der Plattform X kommentierte: „Diesen ganzen Unsinn bezahlen wir beim Autokauf. Ich hole mir demnächst eine 1000 PS Möhre aus China zum Preis eines VW Golf.“ Andere Stimmen auf X wiesen darauf hin, dass Großbritannien Gefahr laufe, im Bereich innovativer Mobilitätslösungen den Anschluss zu verlieren.

Die Entscheidung von Stellantis könnte auch politische Konsequenzen haben. Die britische Regierung steht unter Druck, den Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur zu beschleunigen, um die Klimaziele zu erreichen. Experten warnen jedoch, dass ohne konkrete Investitionen und Subventionen weitere Unternehmen dem Beispiel von Stellantis folgen könnten. „Wasserstoff hat Potenzial, aber ohne Infrastruktur bleibt es eine Nischenlösung“, sagte ein Analyst von Renewable Search auf X.

Während Stellantis seine Wasserstoff-Pläne in Großbritannien auf Eis legt, bleibt der Konzern in anderen Märkten wie Deutschland und Frankreich aktiv, wo die Infrastruktur und staatliche Unterstützung fortgeschrittener sind. Die Entscheidung unterstreicht die Herausforderungen, vor denen die Wasserstoffmobilität steht, und wirft Fragen über die Zukunft emissionsfreier Nutzfahrzeuge im Vereinigten Königreich auf.

Autoren-Avatar
LabNews Media LLC
LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände