US-Präsident Donald Trump hat den britischen Premierminister Keir Starmer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Chequers aufgefordert, die reichen Öl- und Gasvorkommen in der Nordsee intensiver zu nutzen. Trump bezeichnete Windenergie als teuren Fehlschlag und plädierte für seine etablierte Politik des massiven Bohrens, die in den USA zu niedrigeren Energiepreisen und wirtschaftlichem Aufschwung geführt habe.
Die Aufforderung fiel während eines bilateralen Treffens, bei dem beide Leader die Energiepolitik als zentrales Thema diskutierten. Trump hob die Nordsee als außergewöhnliche Ressource hervor und kritisierte Einschränkungen beim Bohren als Ursache für hohe Energiepreise in Großbritannien. In einem separaten Interview mit Fox News wiederholte er diese Position und warf der britischen Regierung vor, durch zu starken Fokus auf Erneuerbare unnötige Kosten zu verursachen. Seine „Drill, baby, drill“-Strategie habe in den USA Inflation gesenkt und den Wirtschaftsboom befeuert, argumentierte er.
Starmer reagierte ausgewogen und betonte seine Entschlossenheit, Energiepreise für Haushalte und Unternehmen zu senken. Er skizzierte einen pragmatischen Mix aus Nordsee-Öl und -Gas, das langfristig benötigt werde, ergänzt durch erneuerbare Quellen und neue Kernkraftwerke. Die britische Politik lehnt neue Explorationslizenzen in der Nordsee ab und priorisiert stattdessen den Übergang zu nachhaltiger Energie, um Klimaziele zu erfüllen.
Der Hintergrund der Debatte liegt in den kontrastierenden Ansätzen: Während die USA unter Trump das Bohren fördern und fossile Brennstoffe als Schlüssel zur Unabhängigkeit sehen, setzt Großbritannien auf Dekarbonisierung und Diversifikation, um Abhängigkeiten zu reduzieren. Dies spiegelt breitere transatlantische Differenzen wider, die sich seit Trumps Amtsantritt im Januar verstärkt haben.
Die Initiative könnte Spannungen in den bilateralen Beziehungen schüren, insbesondere bei Handels- und Energiesicherheitsverhandlungen. Sie unterstreicht die Herausforderungen für eine einheitliche westliche Energielinie angesichts globaler Preisschwankungen und geopolitischer Unsicherheiten. Experten erwarten, dass der Dialog zu potenziellen Kooperationen in Kernenergie führen könnte, während Trumps Druck auf fossile Ressourcen die britische Grüne Agenda weiter belastet.

